Ford f-max l: wasserstoff-hybrid revolutioniert den schwerlastverkehr!
Mailand – Die Transportbranche steht vor einem Wendepunkt. Ford Trucks International hat auf der Transpotec in Mailand eine modifizierte Version des F-Max L vorgestellt, die mit einem Dual-Fuel-System betrieben werden kann – eine Mischung aus HVO-Biokraftstoff und Wasserstoff oder Hydrobiomethan. Ein Schritt, der die Debatte um eine nachhaltige Zukunft des Güterverkehrs neu entfacht.
Die dual-fuel-strategie: ein hoffnungsschimmer für italien
Während die Elektromobilität in Ländern wie Italien noch zögert, ist die Suche nach alternativen Dekarbonisierungsstrategien unerlässlich. Über 80% des italienischen Güterverkehrs finden auf der Straße statt, was den Bedarf an innovativen Lösungen unterstreicht. Das Projekt „H-Dual“ vereint die Expertise von Ford Trucks International, Ford Trucks Italia, Ecomotive Solutions, dem Politecnico di Milano, LC3 Trasporti, SFBM und Greenture (Snam-Gruppe), um eine praktikable Lösung zu entwickeln.
Das Herzstück der Innovation ist die elektronische Steuerung, die die Mischung aus HVO und Wasserstoff (oder Hydrobiomethan) präzise regelt. Der umgebaute Ford F-Max L demonstriert das Potenzial dieser Technologie. Ein entscheidender Vorteil: Die Umrüstung erfordert keine tiefgreifenden mechanischen Eingriffe, was die Anpassung bestehender Fahrzeugflotten deutlich vereinfacht.

Praxistest und zertifizierung: der weg zur marktreife
Die nächste Phase des Projekts konzentriert sich auf die Datenerfassung an Wasserstofftankstellen, beginnend mit Arquata Scrivia. Ziel ist es, einen Dual-Fuel-Diesel/H2-Lkw zu entwickeln, der mit fünf speziellen Wasserstofftanks ausgestattet ist. Zunächst soll ein Wasserstoffanteil von 30% im Kraftstoffmix verwendet werden, bevor auf eine fortschrittlichere H2NG-Mischung (Wasserstoff und Biomethan) umgestellt wird. LC3 Trasporti wird den umgebauten Lkw im realen Einsatz testen.
Die Zertifizierung durch das Politecnico di Milano hat bereits eine deutliche Reduktion des Feinstaubausstoßes und eine Verringerung der Filterverstopfung ergeben. Die Bilanz: Ein Rückgang der CO2-Emissionen um bis zu 30% unter bestimmten Bedingungen. Eine flächendeckende Umrüstung könnte somit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität leisten, insbesondere in Regionen wie der Po-Ebene.
Allerdings bleibt die Frage der Wasserstoffproduktion offen. Derzeit stammt lediglich 0,1% des italienischen Wasserstoffs aus erneuerbaren Quellen (grüner Wasserstoff), während der Großteil aus fossilen Brennstoffen (grauer Wasserstoff) gewonnen wird. Der hohe Preis von Wasserstoff (ca. 15 Euro pro kg, was einem Kraftstoffpreis von 5 Euro pro Liter entspricht) stellt ebenfalls eine Herausforderung dar.
Expertenmeinung und ausblick: ein langsamer, aber notwendiger wandel
„Wasserstoff bestätigt sich auch durch diese Tests als eine ideale Lösung für schwere Nutzfahrzeuge“, erklärt Professor Tommaso Lucchini vom Politecnico di Milano. „Seine hohe Energiedichte, kurze Betankungszeiten und die geringeren Infrastrukturkosten im Vergleich zu Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge machen ihn attraktiv.“ Die ideale Anwendung sieht Lucchini im regionalen Güterverkehr in der Nähe von Wasserstoffproduktionsstätten, im Stadtbusverkehr und in direkten Verbindungen zwischen Logistikzentren.
Die italienische Regierung plant ein Förderprogramm in Höhe von 590 Millionen Euro, das nicht primär auf den Kauf von Fahrzeugen abzielt, sondern die Forschung und Entwicklung nachhaltiger Technologien unterstützen soll. Die Zukunft des Güterverkehrs ist ungewiss, aber die ersten Schritte in Richtung Dekarbonisierung sind getan.
