Florian lipowitz schreibt katalonien-geschichte – deutscher vor finale auf dem podest

Florian Lipowitz hat die 105. Volta a Catalunya vor dem Finale fest im Griff. Der Ulmer fuhr auf der sechsundzwanzigsten Rampe von Queralt mit Tempo, das selbst Jonas Vingegaard aufhorchen ließ, und sprintet als Dritter in die morgige Show-down-Etappe über Barcelonas Montjuïc. Noch nie stand ein deutscher Fahrer so tief in dieser Rennwoche auf dem Treppchen.

Vingegaard demonstriert macht, lipowitz hält dagegen

Der dänische Tour-de-France-Doppelsieger setzte seinen zweiten Etappensieg in Folge und distanzierte Lenny Martinez um zehn Sekunden. Dahinter liess Lipowitz dem Franzosen keine Luft und fuhr Vorjahressieger Martinez im Sprint um Platz zwei den Rang ab. Die Sekunden stoppten bei 1:22 Rückstand auf Vingegaard und nur acht Sekunden hinter Martinez – ein Polster, das selbst Valentin Paret-Peintre mit 13 Sekunden noch ärgern kann.

Teamkollege Remco Evenepoel agierte auf der Zielrampe als Lokomotive, schraubte das Tempo in die Höhe und riss das Feld auseinander. Felix Gall musste passen, die Favoritengruppe schrumpfte auf ein Handvoll Spitzen. 2,5 Kilometer vor dem Ziel löste sich Evenepoel, Lipowitz blieb cool und sparte Kräfte für den Montjuïc-Krimi.

Barcelona wartet mit sieben hügelattacks

Barcelona wartet mit sieben hügelattacks

Die Schlussetappe führt sieben Mal über den Montjuïc – dieselbe Piste, die die Tour de France im Juli erneut ins Programm nimmt. Asphaltiert, aber mit Steigungen, die Beine brennen lassen. Lipowitz kennt die Hausaufgabe: Angriffe früh neutralisieren, Zeitlücke offen halten, dann in der letzten Runde zupacken.

Die Niederlage von Tom Pidcock schmerzt. Der Olympia-Mountainbike-Champion stürzte am Freitag in eine Schlucht und zog sich Knochen- und Bänderverletzungen zu. Ohne den Brite fehlt ein Klasse-Garant im Finale, doch das Rennen gewinnt damit an Offenheit.

Morgen um 15.30 Uhr startet der letzte Kampf. Die Uhr tickt für alle, doch für Florian Lipowitz tickt sie ein wenig langsamer – er hat Geschichte bereits halb geschrieben. Wenn er die Katalonien-Rundfahrt als erster Deutscher auf dem Podium beendet, wird aus der Schnelligkeit des Ulners eine Marke.