Flick zündet lewandowski-debakel: «neun titel gemeinsam – jetzt muss er gehen»

Hansi Flick sprach am Samstag eigentlich über Real Betis. Stattdessen dominierte ein Name die Pressekonferenz: Robert Lewandowski. Der Pole wird den FC Barcelona nach dieser Saison verlassen – und Flick lieferte die emotionale Bilanz eines Machtverlusts.

„Er will weg – und das ist gut so“

Die Worte klangen wie ein Nachruf auf eine Epoche. „Ich habe ihm gesagt: Ich habe alle Titel mit dir gewonnen. Neun Stück. Es war ein Privileg“, sagte Flick, sichtlich bewegt. Der Trainer betonte, die Trennung sei im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt. „Er möchte einen Tapetenwechsel. Für ihn und für den Klub ist das der richtige Schritt.“ Lewandowski habe sich bereits vom Team verabschiedet – mit Standing Ovations im Kraftraum.

Doch hinter der Höflichkeit sickerte Erleichterung durch. Der 36-Jährige liefert in dieser Spielzeit nur noch 14 Ligatore – sein schlechtester Wert seit zehn Jahren. Die sportliche Leitung hatte intern bereits nach Alternativen gesucht, nun darf offen reagiert werden. „Wir haben Zeit, den Markt zu sondieren“, sagte Flick. „Aber klar: Einen Lewandowski einfach so zu ersetzen, geht nicht.“

Letzter auftritt vor 92.000

Letzter auftritt vor 92.000

Gegen Betis will Flick seinem Torjäger noch einmal die Bühne bieten. „Er wird von Anfang an spielen. Er hat sich eine schöne Abschiedsvorstellung verdient.“ Gleichzeitig forderte der Coach seine Mannschaft auf, die Heimserie auszubauen – 19 Siege in Serie sollen am Sonntag zu 20 werden. „Wir brauchen neue Ziele. Das hier ist eins: Zu Hause alles gewinnen.“

Die Personalie De Jong bleibt indes offen. Der Niederländer laboriert weiter an unklaren Beschwerden. „Frenkie fühlt sich nicht rund. Er fällt aus“, so Flick knapp. Bei Marcus Casadó sieht es besser aus – eine Einwechslung ist möglich. Dafür rückt Joan García ins Tor, weil Wojciech Szczęsny gegen Alavés seine Minuten bekam. Der Kampf um den Zamora-Pokal spielt laut Flick „keine Rolle“.

Die stunde der wahrheit naht

Die stunde der wahrheit naht

Am Horizont schwebt bereits das Finale in Paris. Die Champions League droht zu kippen, sollte Barça die Form nicht finden. „Wir müssen besser werden als die anderen. Punkt“, sagt Flick. Der Kader steht vor einem Umbruch, Lewandowski ist nur der erste prominente Abgang. „Weitere Abgänge? Ich glaube nicht – aber im Fußball ist alles möglich.“

Die Botschaft ist klar: Selbst Legenden haben ein Verfallsdatum. Barça trennt sich von einem Jahrhundertstürmer, um nicht zu erstarren. Ob der Plan aufgeht, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Eines steht fest: Nach Lewandowski bleibt ein Loch – und zwar nicht nur in der Statistik, sondern im Selbstverständnis des Klubs. 92.000 Fans werden morgen Zeuge, wie eine Ära endet. Und wie eine neue beginnen muss.