Flick zieht die daumen-regel: bleibt bis 2028 und schließt barca-karriere

Hansi Flick wird alt in Barcelona – und das meint er wörtlich. „Mein letzter Job“, sagt der 61-Jährige, während er die Champions-League-Presse wand mit dem Blick eines Mannes betrachtet, der schon alles gewonnen hat und trotzdem noch eine Schippe drauflegt.

Laporta liefert die unterschrift vor dem ball

Joan Laporta, frisch wiedergewählt mit 68,18 Prozent, ließ dem Radiosender RAC1 keine Chance, die Story wegzuschnappen. „Er ist dafür – und wir werden die Vereinbarung in Kürze bekannt geben.“ Flicks bisheriger Vertrag läuft bis 2027, die neue Klausel streckt die Amtszeit bis 2028. Das klingt nach nur zwölf Monaten Extra, ist aber ein Machtsignal im Camp Nou.

Die Amtseinführung des Präsidenten erfolgt im Juli, doch die Macht übt er schon jetzt aus. Laporta setzte im Wahlkampf auf den deutschen Taktik-Fuchs wie auf einen Joker. Sein Rivale Víctor Font konnte nur zuschauen, wie Flick mit dem nationalen Double in seiner ersten Saison die eigene Stimmung kippte.

Flick blockt vor newcastle-duell ab

Flick blockt vor newcastle-duell ab

Ein offizielles Papier liegt noch nicht auf dem Tisch. Flick verweigert die Bestätigung – aus Prinzip. „Ich glaube nicht, dass es der richtige Zeitpunkt ist. Wir haben ein sehr wichtiges Spiel“, sagt er vor dem Achtelfinal-Rückspiel gegen Newcastle United. Hinspiel: 1:1, Druck: maximal. Er liebt diese Hitze, sie lässt ihn jünger wirken als manche 40-Jährige.

Dabei ist die Entscheidung längst im Kopf gefallen. „Ich liebe es, hier zu arbeiten. Ich bin hier und es wird mein letzter Klub, mein letzter Job sein.“ Ein Satz, der seine Frau und Beraterin stehen lässt, denn er klingt wie eine Pensionierung in Zeitlupe. Doch Flick will nicht weg, er will bleiben und den Stempel aufsetzen.

Laporta träumt schon von 2031

Laporta träumt schon von 2031

Der Präsident schielt weiter. „Ich würde diese gesamte Amtszeit gerne mit Hansi Flick bestreiten. Ich halte es für möglich, dass er weitere fünf Jahre bei Barca bleibt.“ Rechnet man nach, könnte das bis 2031 gehen – ein halbes Jahrzehnt, in dem der Katalane wieder obenauf sein will. Stabilität ist das neue Glamour-Wort im Klub, der in den Jahren zuvor durch Trainer-Gezerre seine Aura verlor.

Lob schickt Laporta hinterher: „Er hat das Team mit denselben Spielern funktionieren lassen, die zuvor nicht funktionierten.“ Das ist keine schlechte Bilanz für einen Mann, der vor zweieinhalb Jahren noch die deutsche Nationalmannschaft aus dem WM-Desaster fischen musste.

Barcelona hat sich selbst neu erfunden – mit einem Deutschen, der Spanisch lernt, mit einem Präsidenten, der Wahlen gewinnt, wie andere Tore feiern, und mit einer Fanschaft, die wieder glaubt, dass der Ball rund ist und am Ende die Daumen-Regel gilt: Wer lacht, bleibt. Flick lacht. Und bleibt.