Flick schirmt yamal ab: barça vor atletico-kracher mit frust und feuer

Barcelona – Kurz vor dem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen atlético Madrid reicht Hansi Flick nicht nur taktische Anweisungen, er schützt auch sein größtes Juwel. Lamine Yamal, 18, hatte sich nach dem 2:1 am Wochenende in LaLiga über ein verpasstes Solo aufgebauscht, dem Trainer die Hand verweigert und war in den Katakomben verschwunden. Die Bilder gingen durch Spanien. Flick reagierte sofort.

„Er ist wieder in der Kabine, alles gut“, sagt der Deutsche am Dienstagmittag im Auditorium 1899. „Sowas passiert, wenn ein Pass nicht sitzt und du 18 bist.“ Dann wird seine Stimme rauer: „Ich habe ihm gesagt: Mach ruhig, ich stehe vor dir. Aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht jeden Schritt von ihm unter die Lupe nehmen. Er ist noch ein Teenager, kein Roboter.“

Die statistik lügt nicht – und das weiß barça

Die Zahlen sprechen für den Favoriten: neun Pflichtspiele ohne Niederlage (8/1/0), sieben Punkte Vorsprung auf Real Madrid, 14 Heimsiege in Serie nach der Camp-Nou-Renovierung. Doch in der Champions League hat atlético die Oberhand. Beide bisherigen Viertelfinal-K.o.s 2014 und 2016 gewannen die Rojiblancos – und standen jeweils im Finale. Flick kennt die Historie: „Sie haben ein fantastisches Team und einen der besten Trainer der Welt. Das wird emotional, laut, schmutzig – genau wie sie es wollen.“

Seine Lösung: frühes Toreschießen. Spanische Medien berichten, Flick habe die Mannschaft angewiesen, schon im Hinspiel die Weichen für das Rückspiel zu stellen. Kein 0-0-Geplänkel, sondern Durchschlagskraft von der ersten Minute. Dafür braucht er Yamal, der an den Fehltritt von Samstag nur kurz denkt. „Er wird besser drauf sein“, verspricht Flick. „Die Champions League ist sein Ventil.“

Atlético taumelt – und das macht sie gefährlich

Atlético taumelt – und das macht sie gefährlich

Drei Niederlagen in Serie hat atlético eingesteckt, zuletzt gegen Barça, zuvor gegen Osasuna und Real Sociedad. Doch gerade der Korkenzieher-Modus passt Diego Simeone. Seine Mannschaft läuft Gefahr, die Saison komplett zu verlieren – und genau deshalb wird sie morgen Abend mit Messer zwischen den Zähnen auftreten. „Wenn sie in der Ecke sind, beißen sie“, warnt Flick. „Wir dürfen nicht glauben, dass sie schwach sind, nur weil sie verloren haben.“

Um 21 Uhr im bombastischen Neu-Camp-Nou geht es los. 105.000 Zuschauer, ein spanisches Klassiker-Duell, das direkt ins Halbfinale führt. Für Yamal ist es die Bühne, auf der er laut Flick „beweisen soll, dass er einer der besten Spieler der Zukunft ist“. Der Trainer wird an der Seitenlinie stehen und mit jeder Faser seines Körpers nach vorne peitschen. Seine letzte Ansprache an den Flügelflitzer: „Zeig ihnen, warum du hier bist. Und vergiss nicht: Ich bin dein Schild.“

Barça will den 15. Heimsieg nacheinander. atlético will die eigene Trendwende und die historische Macht demonstrieren. Eines ist klar: Wer heute zittert, fliegt morgen raus. Für Flick und Yamal gibt es kein Morgen mehr – nur das Jetzt in der Königsklasse.