Flick blockiert de jong: atlético-spiel kommt zu früh

Hansi Flick zieht die Notbremse. Trotz aufmunternder Heilungszeiten wird Frenkie de Jong am Samstag gegen Atlético Madrid fast sicher fehlen – und das ist keine Kleinigkeit, sondern ein Statement.

Der niederländer bestimmt selbst, wann er zurückkehrt

Barça-Intern herrscht Funkstille um den 28-Jährigen, seit er sich am 26. Februar den distalen Bizeps der rechten Wade riss. Fünf Wochen später, sieben Spiele verspätet, ist die medizinische Freigabe längst kein Thema mehr. „Der Spieler gibt den Takt vor“, sagt ein Mitglied der medizinischen Abteilung, und das ist wörtlich zu nehmen: De Jong trainiert individuell, steigt nur dann ins Mannschaftsprogramm ein, wenn sich sein Körper nicht wehrt. Donnerstag? Offen. Freitag? Vielleicht. Liste gegen Atlético? Praktisch ausgeschlossen.

Flick will keine Sequenz der letzten Monate wiederholen, in denen De Jong zweimal kurzfristig zurückkehrte und prompt neue Fasern streikten. Die Folge: ein Kreislauf aus Hoffnung, Rückschlag, erneuter Zwangspause. Der deutsche Coach schätzt die Ballsicherheit des Niederländers, doch er schätzt noch mehr die Punkte, die Barça in den nächsten Wochen holen muss. Also vertraut er auf Pedri, Bernal, Casadó, Eric García, Fermín und Dani Olmo – ein Sechser-Pool, der ohne den teuersten Mittelfeldspieler der Liga auskommen soll.

17 Profis fehlen, doch nur ein name dominiert das training

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Während 15 Akteure auf Länderspielreise sind, absolvierte der deutsche Coach heute eine „Familien-Einheit“ mit den verbliebenen Feldspielern und drei Torhütern. De Jong fehlte – und war trotzdem präsent. Jede Drills-Pause, jedes Gespräch mit dem Fitnessteam wurde mit argusäugigen Blicken verfolgt. Die Botschaft: Ich bin hier, aber ich bin noch nicht bereit.

Die medizinische Abteilung hat intern keinen Zeitplan mehr kommuniziert. Stattdessen gilt die Faustregel: „Keine Belastung vor Schmerzfreiheit, keine Vollbelastung vor Kraftdefizit unter fünf Prozent.“ De Jong tickt bei acht. Bis Samstag sind es 72 Stunden – zu wenig, um diese Lücke zu schließen, selbst wenn das Spierpokal-Spiel in einem Monat schon wieder vor der Tür steht.

Das risiko, das katalonien nervös macht

Das risiko, das katalonien nervös macht

Barça hat die Meisterschaft nicht mehr in der Hand, die Champions-League-Tickets werden zur Ration. Ein Ausfall gegen Atlético wäre nicht dramatisch – ein erneuter Rückfall von De Jong schon. Deshalb schickt Flick seine Profis am Mittwoch in den freien Tag, nur die Verletzten erscheinen in der Ciutat Esportiva. Und selbst da wird der Niederländer nur auf dem Bike sitzen, statt mit der Gruppe zu passen.

Die Kalkulation ist kalt, aber klar: Zehn Pflichtspiele bis Saisonende, darunter zwei Clásicos und ein Pokal-Halbfinale. De Jong soll diese Marathonschlussphase überstehen, nicht das Sprintduell von Wochenende riskieren. Wer jetzt fragt, wann er endlich wieder spielt, bekommt dieselbe Antwort wie die Spieler: Wenn der Körper ruft, nicht wenn der Kalender es will.

Flick weiß, dass seine Entscheidung Frust erzeugt – bei Fans, die den eleganten Ballverteiler vermissen, bei Sponsoren, die ihre Image-Rechte einfordern, und bei De Jong selbst, der vor der EM-Endrunde noch Spielpraxis braucht. Doch der Coach wäre nicht der erste Deutsche, der in Barcelona Disziplin vor Dramatik setzt. Sein Credo: Lieber ein fitter De Jong im Mai als ein halber im April. Die Liga ist verloren, der Spieler nicht – wenn man ihn jetzt schont. Die Rechnung geht nur auf, wenn alle mitziehen, auch der Mann, der am meisten ziehen will.