Flick bleibt! laporta zieht die option und macht barça zum langzeitprojekt

Joan Laporta hat es wieder getan. Wenige Stunden nach seiner Wiederwahl als Präsident des FC Barcelona ließ er durchblicken, dass Hansi Flick nicht nur 2027, sondern mindestens bis 2028 unterschreibt – und damit länger als ursprünglich geplant. Die Botschaft an die Konkurrenz: Barça setzt auf Kontinuität, obwohl der Klub kurz vor dem Saisonfinale in Liga und Champions League noch Luft nach oben hat.

Der handschlag im hinterzimmer

„Er ist dafür – und wir werden die Vereinbarung in Kürze bekanntgeben“, sagte Laporta dem katalonischen Radiosender RAC1. Keine Floskel, sondern eine Ansage. Der 61-jährige Erfolgstrainer aus Heidelberg habe sich in der Stadt eingelebt, die Spielidee greife, die Liga-Tabelle stimmt. Einzig das 1:1 gegen Newcastle nagt an seinem Selbstvertrauen. „Mit dem Ball kein gutes Spiel“, räumte Flick selbstkritisch ein. Doch der Coach wusste: Solange Laporta hinter ihm steht, ist sein Stuhl nicht wackelig.

Die Zahlen sprechen für sich: 68,18 Prozent der Stimmen sicherte sich Laporta – auch dank Flick, der öffentlich Partei ergriff. „Der Präsident ist der Grund, warum ich hier bin“, sagte der Deutsche bereits im Dezember. Nun zahlt der Klub die Rechnung: ein Jahr vorzeitige Verlängerung, um Planungssicherheit zu signalisieren. Die sportliche Leitung um Deco und Laporta will verhindern, dass sich der Trainer, wie zuletzt Xavi, plötzlich doch mit dem Gedanken an einen Abschied trägt.

Die lücke, die keiner sieht

Die lücke, die keiner sieht

Doch hinter der Selbstgewissheit schimmert eine Schwäche. Barça schoss in dieser Saison zwar 72 Tore, kassierte aber 28 – mehr als Real und Girona. Ter Stegen verlor seine Stimme im Kabinett, weil er als Ausländer nicht wählen durfte. Die Defensive ist jung, das Mittelfeld abgezockt, der Sturm abhängig von Lewandowski, der 37 wird. Flick muss also nicht nur gewinnen, sondern auch erneuern.

Laporta wirbt dennoch mit Zukunftsmusik: „Ich halte es für möglich, dass er weitere fünf Jahre bei Barça bleibt.“ Der Satz klingt wie ein Versprechen an die Mitglieder: Wer jetzt investiert, kauft sich in ein Projekt, das über 2028 hinausreicht. Die Schulden sind hoch, das Gehaltsgefüge eng, aber der Mythos Flick – Double in der ersten Saison, Weltmeister-Taktik, deutsche Gründlichkeit – soll die Banken beruhigen und Sponsoren locken.

Am Ende bleibt eine ironische Wahrheit: Der erfolgreichste deutsche Trainer der letzten zehn Jahre arbeitet nicht mehr in der Bundesliga, sondern an der Costa Catalana. Die Vertragsverlängerung ist kein Geschenk, sondern ein Schulterschluss zweier Macher, die sich gegenseitig brauchen. Laporta liefert die Macht, Flick die Punkte. Und wenn beide sich 2028 in den Armen liegen, war diese frühe Verlängerung nur der erste Akt eines längeren Stückes namens Barça-Neuausrichtung.