Flensburg zittert: pajovic' thron wackelt – champions-league-traum droht zu platzen

Die SG Flensburg-Handewitt steht auf Tauchstation. Nur einen Punkt trennt den Tabellendritten von Spitzenreiter Füchse Berlin, doch die Stimmung im Norden kippt. Seit Wochen schwächelt die Mannschaft, die internen Zweifel an Trainer Ales Pajovic wachsen – und die Bosse schweigen nicht länger.

Der kader glänzt, die punkte fehlen

Sechs dänische Weltmeister, Deutschlands Kapitän Johannes Golla und das Rückraum-Juwel Marko Grgic: Ein Aufgebot, das nach Titeln schreit. Stattdessen sprangen seit Februar aus acht Liga-Spielen nur drei Siege heraus. Gegen Magdeburg, Gummersbach und Kiel kassierte die SG Klatschen, die einstige Festung Flens-Arena verlor ihre Schockwirkung. Die Verantwortlichen rechnen intern laut Sport Bild mit elf Minuspunkten – für einen Champions-League-Platz zu viel.

Die Belastung der Nationalspieler? Ein Faktor. Doch in der Geschäftsstelle stellt man sich längst die Frage: Reicht das noch als Entschuldigung? Sportdirektor Ljubomir Vranjes und Manager Holger Glandorf tagen inzwischen fast täglich, heißt es. Der Vorwurf: Pajovic kriege die Nebengeräusche nicht in den Griff. Linksaußen Luca Witzke pocht auf seinen Abgang, Simon Pytlick würde seinen Wechsel zu den Füchsen gern auf 2026 vorziehen – Signale, die eine Kabine spalten.

Geheime anrufe und heiße kandidaten

Geheime anrufe und heiße kandidaten

Die Liste der möglichen Nachfolger ist längst in Umlauf. Misha Kaufmann von Stuttgart wird genannt, das die SG intern dementiert. Fakt ist: Mit Jaron Siewert, 32, soll es echte Gespräche gegeben haben. Der Berliner Meistertrainer, selbst frisch vom Schlaganfall genesen, signalisiert laut Dyn-Interview Rückkehr-Bereitschaft. Glandorf wischt das weg, doch die Gerüchteküche brodelt.

Ein erneuter Rauswurf würde das Image des Vereins ramponieren. Schließlich schaltete Flensburg erst im April 2023 Meister-Macher Maik Machulla aus, im Dezember 2024 folgte Nicolej Krickau. Zwei Trainer binnen 20 Monaten – das macht selbst beim ambitionierten Klub stutzig. Die Frage lautet daher nicht mehr, ob Pajovic bleibt, sondern: wie lange die Bosse noch an ihre eigene Geduld glauben.

Die Antwort liefern die nächsten drei Wochen. Auswärts in Lemgo, daheim gegen Balingen – dann gastiert mit dem THW Kiel der Erzrivale. Verliert Flensburg erneut, dürfte selbst das Luxus-Kader den Luxus, sich Zeit zu lassen, nicht mehr bezahlen können. Denn in der Champions League wartet kein Gnaden-Fünkchen – und die daheimgebliebenen Fans schon gar nicht.