Flensburg jubelt, melsungen stolpert: playoff-krimi in der european league entfacht
Die K.o.-Phase der EHF European League wirft ihre Schatten voraus – und sie fällt schwarz-weiß für deutsche Clubs. SG Flensburg-Handewitt fuhr in Skanderborg einen 38:32-Kantersieg ein und kann im Rückspiel am 31. März schon im Viertelfintraum träumen. Die MT Melsungen dagegen kassierte in Fredericia eine 29:35-Niederlage und muss nun zu Hause eine Schneise aus Feuer schlagen, will sie nicht vorzeitig in die Weihnachtsferien starten.
Thilo knutzen wird zum x-faktor in dänemark
Zwanzig Minuten lang lagen die Nordischen Spiele ausgeglichen, dann riss Flensburg das Tempo an. Johannes Golla und Marko Grgic lieferten sich ein Schützenfest, doch der 20-jährige Thilo Knutzen schraubte sich in die Headlines. Sechs Treffer in der letzten Viertelstunde – davon zwei von der Mittellinie – brachen den Widerstand der Aarhus-Verteidigung. „Wir haben die Zweikämpfe dominiert und unsere Schnellangriffe konsequent zu Ende gespielt“, sagte SG-Coach Maik Machulla, der sich in der Kabine demonstrativ die Hand schüttelte, als hätte er selbst gewonnen.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 24 Tore aus dem Rückraum, 6 Ballgewinne im Mittelblock und nur zwei technische Fehler in Hälfte zwei – das ist Top-Niveau. Mit sechs Toren Vorsprung darf Flensburg in der heimischen Flens-Arena auflaufen, wo die letzte Europacup-Niederlage auf den 12. Februar 2023 datiert. Skanderborg muss nun ein Wunder schaffen oder das Auswärtstor-Kriterium bemühen.

Melsungen verschläft sich in die krise
Anders die Lage bei der MT Melsungen. Bereits nach acht Minuten lagen die Hessen mit 3:10 hinten, und als Evgeni Pevnov zum 28:18 traf, war die Partie gelaufen. Timo Kastening verwandelte zwar alle sieben seiner Siebenmeter, doch hinten wirkte das Team wie gelähmt. Fredericia nutzte jeden Freiraum, lief 4:1-Konter und schoss aus dem Rückraum mit 71-prozentiger Trefferquote.
Kristof Palasics parierte in der Schlussphase noch fünf Bälle und verhinderte die totale Demontage, doch das ist kalter Trost. „Wir haben den Ball nicht länger als drei Sekunden halten können“, klagte Trainer Heiko Grimm. Die 29:35-Pleite bedeutet, dass Melsungen am 7. April mindestens mit sieben Toren Differenz gewinnen muss – ein Kunststück, das in der Club-Historie erst einmal gelang, und das liegt 17 Jahre zurück.

Nasice und montpellier buchen vorteile
Im übrigen Playoff-Kosmos setzten sich die Favoriten durch. RK Nexe Nasice gewann bei IFK Kristianstad mit 36:34 und hat nun Heimrecht, während Montpellier HB Elverum mit 36:24 zerlegte und damit praktisch schon im Viertelfinale steht. Jack Thurin traf achtmal für die Franzosen – ein Warnschuss an alle deutschen Verfolger.
Die Ausgangslage ist klar: Flensburg kann planen, Melsungen muss bangen. Die European League liefert die nächste deutsche Glanz- und Blamage – und das schon vor dem Osterhasen.
