Nachtschwärmer aufgepasst: ihr herzrisiko könnte höher sein!
Wer die Nächte zum Leben erweckt und erst spät ins Bett kommt, sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Eine aktuelle Studie zeigt: Wer regelmäßig lange aufbleibt, erhöht sein Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall um bis zu 16 Prozent. Die Erkenntnis ist alarmierend, aber auch ein Weckruf, um unsere Lebensgewohnheiten zu hinterfragen.

Der chronotyp: mehr als nur eine frage der gewohnheit
Es ist nicht einfach nur Faulheit oder mangelnde Willenskraft, die uns zum frühmorgendlichen oder spätnachtlichen Aktivsein treibt. Vielmehr spielt unser individueller Chronotyp eine entscheidende Rolle. Dieser innere Rhythmus, unser „biologischer Takt“, bestimmt, wann wir am leistungsfähigsten sind und wann wir uns eher zur Ruhe fühlen sollten. Wer zum „Eulen“-Typ gehört, also abends am produktivsten ist, kann durch gesellschaftliche Verpflichtungen, die frühes Aufstehen erfordern, aus dem Gleichgewicht geraten.
Die Folgen können weitreichend sein: Schlafstörungen, eine unausgewogene Ernährung und mangelnde Bewegung beeinträchtigen nicht nur unser allgemeines Wohlbefinden, sondern auch unsere Herzgesundheit. Eine aktuelle Studie, veröffentlicht im renommierten „Journal of the American Heart Association“, bestätigt diesen Zusammenhang eindrücklich.
Die Studie: 322.777 Teilnehmer im Blick
Forscher der Uk Biobank, der umfangreichsten Gesundheitsdatenbank Großbritanniens, analysierten die Daten von 322.777 Männern und Frauen im Alter von 39 bis 74 Jahren. Über einen Zeitraum von 14 Jahren beobachteten sie, wie sich die Lebensgewohnheiten und der Chronotyp auf das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirken. Dabei nutzten sie den sogenannten „Life’s Essential 8“ (Le8)-Score, der acht Schlüsselfaktoren für die Herzgesundheit berücksichtigt – von Ernährung und Bewegung bis hin zu Schlaf und Rauchen.
Das Ergebnis ist eindeutig: Menschen mit einem „Eulen“-Chronotyp wiesen eine signifikant schlechtere Herzgesundheit auf als ihre „Morgenröcken“-Kollegen. Doch der Teufel steckt im Detail: Das erhöhte Risiko ist eng mit einem niedrigeren Le8-Score verbunden. Anders ausgedrückt: Spätaktivisten neigen eher zu ungesunden Lebensweisen, die sich negativ auf ihr Herz auswirken.
„In 14 Jahren hatten Nachtschwärmer ein 16 Prozent höheres Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall als der Durchschnitt“, so der Infektiologe Matteo Bassetti auf X. Er betont, insbesondere bei Frauen, dass ein nächtlicher Lebensstil die Herzgesundheit negativ beeinflussen kann. Es gilt, das Thema ernst zu nehmen und aktiv gegenzusteuern.
Was bedeutet das für uns?
Die Studie liefert wertvolle Erkenntnisse für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es ist an der Zeit, unsere Lebensgewohnheiten an unseren individuellen Chronotyp anzupassen. Wer abends am leistungsfähigsten ist, sollte versuchen, seine Aktivitäten so zu planen, dass er seinen natürlichen Rhythmus respektiert und gleichzeitig auf eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und regelmäßigen Schlaf achtet. Denn das Herz dankt es einem!
Die Forschung zeigt deutlich: Wer seinem Körper zuhört und seine natürlichen Rhythmen berücksichtigt, legt den Grundstein für ein langes und gesundes Leben. Es ist Zeit, die „Eulen“-Mentalität zu hinterfragen und die Vorteile eines aktiven Tageslichtlebens zu entdecken.
