Mehr bewegung schützt das herz – aber wie viel ist genug?

Die Empfehlungen für Bewegung mögen veraltet sein: Eine neue Studie zeigt, dass 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche zwar einen Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen bieten, aber wer wirklich profitieren will, muss deutlich mehr aufwenden. Die Forschung wirft ein neues Licht auf die Frage, wie wir unsere Gesundheit am besten schützen können.

Die 150-minuten-marke: ein solider anfang, aber nicht das ziel

Seit Jahren plädiert die medizinische Fachwelt für mindestens 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche. Diese Empfehlung gilt weiterhin als ein „solider universeller Mindestwert“ für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wer diesen Wert erreicht, kann tatsächlich mit einer Reduktion des Risikos um etwa 8 bis 9 Prozent rechnen – ein klarer Vorteil, insbesondere für Menschen, die bisher wenig aktiv sind. Aber die Wissenschaftler haben nun festgestellt: Wer noch deutlich größere Vorteile erzielen möchte, muss deutlich mehr bewegen.

Die Studie ergab, dass Personen, die ein Risiko von über 30 Prozent reduzierten, etwa drei- bis viermal so viel aktiv waren wie die, die sich an die minimalen Empfehlungen hielten. Die Faszination des Sports liegt oft im Fortschritt, und hier zeigt sich, dass jede zusätzliche Anstrengung sich auszahlt. Es geht nicht nur darum, die Hürde zu überspringen, sondern auch darum, sie immer weiter zu überwinden.

Die entscheidende rolle der ausdauer

Die entscheidende rolle der ausdauer

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Ausdauer. Die Forscher stellten fest, dass eine bessere körperliche Fitness – unabhängig von anderen Faktoren – mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergeht. Jede Verbesserung der Ausdauer um 1 ml/kg/min wurde mit einem zusätzlichen Schutz vor dem Risiko in Verbindung gebracht. Das verdeutlicht: Es kommt nicht nur darauf an, wie viel man sich bewegt, sondern auch darauf, wie der Körper auf diese Belastung reagiert. Die Fähigkeit, länger und intensiver zu arbeiten, scheint der Schlüssel zu sein.

Die Erkenntnisse dieser Studie könnten zu einer stärkeren Individualisierung der Präventionsstrategien führen. Statt pauschaler Empfehlungen sollten Experten die individuellen Fitnesslevel und Bedürfnisse berücksichtigen. Eine Kombination aus Ausdauertraining, Krafttraining und der Reduktion von sitzender Tätigkeit könnte langfristig die beste Strategie sein, um die Herzgesundheit zu verbessern.

Ob nun ein längerer Spaziergang, das Treppensteigen anstelle des Aufzugs, die Teilnahme an Sportarten oder regelmäßige Krafttrainingseinheiten – jede Form von Bewegung, die die körperliche Leistungsfähigkeit steigert, kann dazu beitragen, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Die Forschung zeigt deutlich: Wer mehr investiert, profitiert auch mehr.