Luisa ranieri: „ich werde auch die rolle der oma annehmen“
Mailand – Luisa Ranieri, eine der beliebtesten Schauspielerinnen Italiens, hat in einem offenen Gespräch bei der Veranstaltung „La Repubblica delle Idee“ in Mailand ein Tabu gebrochen und die Diskussion um das Altern neu befeuert. Weg von Schönheitsidealen und der Jagd nach der ewigen Jugend – Ranieri bekennt sich ehrlich zu ihrem Alter und blickt optimistisch in die Zukunft.

Die wahrheit über das älterwerden: „es ist eine saison, die wir nicht verfolgen können“
Mit 52 Jahren, zwei Töchtern und in bester Form präsentierte sich Luisa Ranieri einem Publikum, das sich zunehmend von dem Druck der Jugendlichkeit befreien möchte. „Niemand freut sich darauf, älter zu werden, denn wir alle mögen die Jugend“, räumte sie ein, „aber es ist eine Lebensphase, die wir nicht hinterherjagen können.“ Diese Erkenntnis sei das Ergebnis jahrelanger Selbstreflexion und innerer Arbeit, so die Schauspielerin.
Doch während Ranieri die natürliche Alterung akzeptiert, betont sie gleichzeitig, dass Selbstfürsorge ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens ist. „Ich wäre eine Heuchlerin, wenn ich sage, dass ich mich nicht fit halte, auf meine Gesundheit achte und keine Vitamine nehme“, erklärte sie. Sie sieht darin keine Obsession, sondern eine bewusste Entscheidung, die ihren beruflichen Anforderungen gerecht wird. „Ich arbeite mit meinem Gesicht, daher schulde ich es meinem Beruf, darauf zu achten.“
Was wirklich zählt, ist der innere Zustand. Ranieri betonte, dass die wahre Jugend nicht in der äußeren Erscheinung liegt, sondern im Blickwinkel, mit dem man die Welt betrachtet. „Die Jugend ist im Blick und in der Art und Weise, wie wir Dinge angehen. Wir können uns nicht auf die Ästhetik beschränken.“ Diese Einstellung ermöglicht es ihr, die Herausforderungen des Lebens mit Gelassenheit und Selbstironie zu meistern – eine Qualität, die viele bewundern.
Das Gewicht des Aussehens in ihrer Karriere ist Ranieri bewusst, doch sie zieht eine klare Linie zwischen beruflichen Verpflichtungen und ihrer persönlichen Entwicklung. „Ich entscheide mich für ein Minimum, um mich zu erhalten, weil ich mit meinem Gesicht arbeite, und das schulde ich meinem Beruf“, so die Schauspielerin. „Die Ästhetik hält ein Viertelstunde, unser Leben, unsere Seele braucht mehr Raum.“
Und was die Zukunft bringt? Luisa Ranieri blickt ihr mit Zuversicht entgegen: „Ich werde auch die Rollen von erwachsenen Frauen annehmen, die der Oma, von dem, was auch immer kommt, weil das das Leben ist.“
