Ki-trainer: helfen chatbots wirklich beim fitness-ziel?

Die Frage, ob wir bald unsere Personal Trainer durch künstliche Intelligenz ersetzen, beschäftigt Experten. Die jüngsten Tests zeigen: KI kann zwar brauchbare Trainingspläne erstellen, doch Vorsicht ist geboten. Eine neue Studie wirft Licht auf die Stärken und Schwächen dieser digitalen Helfer.

Der vielversprechende anfang: was die tests ergaben

Forschungen der Columbia University und der Universität Michigan haben ergeben, dass Chatbots wie ChatGPT, Gemini und Claude durchaus Potenzial im Fitnessbereich besitzen. Keith Diaz, ein renommierter Fysiologe, war selbst überrascht: Nachdem er sich in seiner Laufroutine festgefahren fühlte, bat er eine KI um Hilfe. Das Ergebnis? Ein Trainingsplan, der dem eines professionellen Coaches in nichts nachstand. Auch Laura A. Richardson, Kinesiologin an der Universität Michigan, zeigte sich beeindruckt von der Qualität der Empfehlungen, die sie in ihren Kursen getestet hat. Sie nannte sie „erhellend“.

Doch es gibt einen Haken. Eine aktuelle Studie im JMIR Medical Education zeigt, dass KI-generierte Trainingspläne zwar in 90 Prozent der Fälle den allgemeinen Richtlinien entsprechen, aber nur in 40 Prozent vollständig sind. Das bedeutet: Die Empfehlungen sind zwar oft gut, aber eben nicht immer perfekt.

Die grenzen der digitalen unterstützung

Die grenzen der digitalen unterstützung

Diaz betont, dass KI-Trainer besonders für Anfänger, Menschen ohne Zugang zu Personal Trainern oder zur Aktualisierung bestehender Routinen sinnvoll sein können – vorausgesetzt, die Gesundheit ist grundsätzlich in Ordnung. Richardson ist da jedoch vorsichtiger. Sie sieht die KI eher für Sportler im fortgeschrittenen Bereich als sinnvoll. Wer neu im Sport ist oder gesundheitliche Probleme hat, benötigt weiterhin die Aufsicht eines menschlichen Experten. „Ich würde es nicht empfehlen, wenn Vorerkrankungen bestehen“, mahnt sie.

Ein weiteres Problem: KI kann uns nicht beim Training beobachten oder motivieren. Das Erkennen einer falschen Ausführung beim Kniebeugen oder einer unsicheren Grifftechnik erfordert menschliches Auge und Erfahrung. „All diese Aspekte werden von einem Experten besser beachtet“, erklärt Richardson. Zudem neigen KI-Systeme dazu, entweder übervorsichtig zu sein oder – ungewöhnlicherweise – zu unvorsichtig. Diaz warnt: „Manchmal erfinden sie Dinge.“ Eine gründliche Überprüfung der zitierten Quellen ist daher unerlässlich.

Der mensch im system: prompt engineering ist der schlüssel

Der mensch im system: prompt engineering ist der schlüssel

Die Qualität des Outputs hängt stark von der Qualität der Eingabe ab. Vage Anfragen führen zu vagen Antworten. Je genauer man Alter, Krankengeschichte, Aktivitätslevel, verfügbare Ausrüstung und Ziele angibt, desto besser wird das Ergebnis. Richardson empfiehlt, der KI eine klare Rolle zuzuweisen: „Ich möchte, dass du ein Personal Trainer mit zehn Jahren Erfahrung bist.“

Letztendlich überwiegen die Vorteile zwar, aber die Notwendigkeit präziser Anweisungen bleibt. Die KI ist nur so intelligent, wie die Daten, die ihr zugeführt werden. Es ist ein Werkzeug, das uns unterstützen kann, aber nicht ersetzen sollte. Die Zukunft des Fitness-Trainings liegt vermutlich in einer intelligenten Kombination aus menschlicher Expertise und künstlicher Intelligenz.

Fazit: Die Integration von KI in den Fitnessbereich ist vielversprechend, doch der Mensch muss weiterhin im Mittelpunkt stehen. Wer sich für einen KI-gestützten Trainingsplan entscheidet, sollte sich der Grenzen bewusst sein und stets kritisch hinterfragen.