Fis-chaos in belgrad: weltmeisterschaft 2031 ungewiss!

Belgrad – Ein jähes Erwachen für die internationalen Skiverbände: Der erste Tag des FIS-Kongresses in Belgrad endete abrupt und ohne klare Aussagen. Statt einer ersehnten Entscheidung über die Austragungsorte der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften 2031 herrschte ratlose Verwirrung und spürbare Frustration im Publikum.

Zwei stunden wartezeit, keine antwort

Die Spannung war greifbar, als die Delegierten sich in der serbischen Hauptstadt versammelt hatten. Doch die FIS ließ auf sich warten – fast zwei Stunden! Als Nick Fellows, FIS TV Direktor, schließlich das Wort ergriff, konnte er nur verkünden, dass die Entscheidung vertagt wird. „Meine Damen und Herren, ich hatte gehofft, den Abend mit der Bekanntgabe abschließen zu können. Die Ratssitzungen dauern an, eine endgültige Entscheidung steht noch aus“, stammelte er, während im Saal ein Murmeln der Unzufriedenheit aufstieg. Fellows’ Ausführungen, begleitet vom umstrittenen FIS-Präsidenten Johan Eliasch, ließen mehr Fragen offen als sie beantworteten.

Die Frage nach Oberstdorf oder Planica bleibt somit unbeantwortet. Die beiden Bewerberländer müssen sich in Geduld üben, während die internen Machtkämpfe innerhalb des FIS weitergehen. Einziger Lichtblick des Tages: Die Skiflug-WM 2030 geht planmäßig an Vikersund in Norwegen.

Machtkampf um den fis-präsidenten

Machtkampf um den fis-präsidenten

Doch das eigentliche Erdbeben steht erst noch bevor: Am Donnerstag wird über die Wahl des neuen FIS-Präsidenten entschieden. Hier entbrennt ein erbitterter Kampf, in dem vor allem die großen Wintersportnationen, darunter auch Deutschland, versuchen, eine Wiederwahl von Eliasch zu verhindern. Der schwedisch-britische Staatsbürger, dessen Position in den Heimatländern ohnehin brügig ist, überraschte mit der kurzfristigen Annahme der georgischen Staatsbürgerschaft und Nominierung, eine Entscheidung, die viele als verzweifelten Versuch gewertet wird, seine Macht zu erhalten.

Die Affäre wirft ein dunkles Licht auf die FIS und unterstreicht die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform innerhalb des Verbandes. Die Causa Eliasch zeigt, wie fragil die Strukturen sind und wie leicht sich Interessen durchsetzen können, die über das Wohl des Sports hinausgehen. Der FIS-Kongress in Belgrad hat eindrücklich bewiesen, dass die Welt des Skisports noch lange nicht aus den Krämpfen heraus ist.

Die Wartezeit geht weiter, und die Frage, wer das Zepter in der FIS übernehmen wird und wie die Zukunft der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften aussehen wird, bleibt offen. Eines ist jedoch klar: Der FIS-Kongress in Belgrad wird als ein Tag des Chaos und der verpassten Chancen in die Geschichte eingehen.