Kolumbien: millionen fordern ihren dienstzuschlag – was arbeitnehmer wissen müssen!

Juni ist da, und für Millionen formell angestellter Arbeitnehmer in Kolumbien beginnt die fieberhafte Überprüfung der Konten. Denn jetzt steht der lang ersehnte Dienstzuschlag an. Doch wer hat Anspruch, bis wann müssen Arbeitgeber zahlen und wie berechnet man den Betrag im Jahr 2026? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Die deadline rückt näher: bis wann müssen arbeitgeber zahlen?

Laut Artikel 1 des Gesetzes 1788 von 2016 ist der Dienstzuschlag in zwei halbjährlichen Zahlungen aufgeteilt. Für die erste Hälfte des Jahres haben Unternehmen bis zum 30. Juni 2026 Zeit, die Zahlung zu leisten. Wer hier zögert, riskiert empfindliche Strafen – von Bußgeldern des Arbeitsministeriums bis hin zu Klagen.

Wer bekommt den zuschlag, wer nicht? eine klare linie.

Wer bekommt den zuschlag, wer nicht? eine klare linie.

Das kolumbianische Arbeitsrecht ist hier eindeutig: Anspruch auf den Zuschlag haben alle Arbeitnehmer mit einem formellen Arbeitsvertrag, egal ob befristet, unbefristet, für ein Projekt oder temporär. Auch Mitarbeiter im Haushalt – Reinigungskräfte, Pfleger, Fahrer – gehören dazu. Aber Achtung: Selbstständige Auftragnehmer, Auszubildende und Angestellte mit einem sogenannten „Gehaltsintegral“ (in dem die Sozialleistungen bereits enthalten sind) haben keinen Anspruch.

Die berechnung: ein rechenbeispiel zum mitdenken

Die berechnung: ein rechenbeispiel zum mitdenken

Die Höhe des Dienstzuschlags hängt nicht vom Wohlwollen des Arbeitgebers ab, sondern vom individuellen Gehalt und der Arbeitszeit im Semester. Die Formel lautet: (Monatsgehalt + Transportzuschuss) Anzahl der Arbeitstage / 360. Nehmen wir das Beispiel des gesetzlichen Mindestlohns von 2026: 1.750.905 Pesos plus 249.095 Pesos Transportzuschuss ergeben 2.000.000 Pesos. Bei voller Arbeitszeit (180 Tage) bedeutet das: 2.000.000 180 / 360 = 1.000.000 Pesos. Ein Zuschlag, der sich sehen lassen kann.

Was tun, wenn die zahlung ausbleibt?

Sollte der 30. Juni überschritten sein und das Geld fehlt immer noch, raten Experten zu folgendem Vorgehen: Zuerst das Gespräch suchen, um die Gründe für die Verzögerung zu klären. Dann kann eine Beschwerde beim Arbeitsministerium eingereicht werden. Die Defensoría oder Personería bieten kostenlose Rechtsberatung an. Und als letzte Option bleibt die Klage vor einem Arbeitsgericht, die auch eine Entschädigung für die verspätete Zahlung vorsieht – ein Tag Gehalt pro Verzugstag.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob alle Arbeitgeber ihren Verpflichtungen nachkommen. Denn für viele Familien ist der Dienstzuschlag eine willkommene finanzielle Stütze.