Dfb-prozess: osnabrügge freigesprochen – hoffnung auf millionenerstattung
- Fünf jahre nach der razzia: osnabrügge freigesprochen
- Richterin distler: ein klarer freispruch
- Der vorwurf: 3,5 millionen euro steuerhinterziehung
- Dfb verlor gemeinnützigkeit – hoffnung auf rückerstattung
- Einstellung des verfahrens gegen grindel und curtius
- Osnabrügges anwalt kritisiert staatsanwaltschaft
- Die razzia im dfb
Fünf jahre nach der razzia: osnabrügge freigesprochen
Über fünf Jahrenach einer spektakulären Razzia in der Zentralen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist der Prozess gegen den letzten verbliebenen Angeklagten, Stephan Osnabrügge, mit einem Freispruch zu Ende gegangen. Der ehemalige DFB-Schatzmeister wurde vom Vorwurf der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall freigesprochen. Dies eröffnet dem DFB die Möglichkeit, eine Millionensumme zurückzufordern.

Richterin distler: ein klarer freispruch
Die Vorsitzende Richterin, Eva-Maria Distler, betonte, dass es sich um einen “eindeutigen, klaren und ohne jede Einschränkung” Freispruch handele. Sie wies darauf hin, dass Osnabrügge zum “Spielball zwischen DFB und Finanzbehörden” geworden sei. Der Angeklagte zeigte sich nach dem Urteil sehr emotional und kämpfte mit den Tränen.

Der vorwurf: 3,5 millionen euro steuerhinterziehung
Osnabrügge war vorgeworfen worden, durch eine falsche Zuordnung der DFB-Einnahmen aus der Bandenwerbung der Nationalmannschaft für die Jahre 2014 und 2015 insgesamt rund 3,5 MillionenEuro an Steuern hinterzogen zu haben. Er war von April 2016 bis März 2022 Schatzmeister des Verbandes.

Dfb verlor gemeinnützigkeit – hoffnung auf rückerstattung
Die Affäre um die Bandenwerbung führte dazu, dass dem DFB vom Finanzamt Frankfurt die Gemeinnützigkeit für die betroffenen Jahre aberkannt wurde, was schwerwiegende finanzielle Konsequenzen hatte. Der DFB legte Einspruch ein, das Verwaltungsverfahren läuft noch. Nun hegt der Verband die Hoffnung, die bereits gezahlten 31 Millionen Euro an Steuernachzahlungen für 2014 und 2015 zurückzuerhalten.

Einstellung des verfahrens gegen grindel und curtius
Neben Osnabrügge waren ursprünglich auch der ehemalige Präsident Reinhard Grindel und der frühere Generalsekretär Friedrich Curtius angeklagt. Beide konnten durch Zahlungen – 80.000 Euro bzw. 20.000 Euro – eine Einstellung des Verfahrens erreichen.

Osnabrügges anwalt kritisiert staatsanwaltschaft
Der Anwalt von Osnabrügge kritisierte die Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft scharf: “Die Staatsanwaltschaft spielt mit der Existenz von Menschen.” Er betonte, wie schnell ein Unschuldiger in eine solche Situation geraten könne. Über seiner Familie liege seit 2020 eine “graue Wolke”.

Die razzia im dfb
Die Affäre wurde öffentlich durch eine spektakuläre Razzia in der DFB-Zentrale in Frankfurt am 7. Oktober 2020. Beamte, teilweise mit Maschinenpistolen, durchsuchten die Räumlichkeiten sowie Wohnungen von mehreren ehemaligen DFB-Funktionären. Insgesamt waren 200 Beamte im Einsatz.
