Augsburg stolpert in dortmund: baum kritisiert schwache leistung
Der FC Augsburg hat sich in Dortmund selbst entzaubert. Ein 0:2, das weh tut – nicht weil es gegen den BVB so überraschend wäre, sondern weil es die erste Pleite-Premiere unter Manuel Baum markiert: Zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt im Dezember verliert das Team zwei Ligaspiele hintereinander. Die Stimmung kippt. Und der Saison-Endspurt droht, zu einem Bewährungstest zu werden.
Zwischen europa und abstieg: augsburgs niemandsland
Sieben Punkte trennen den FCA von Eintracht Frankfurt, sieben vom Relegationsplatz. Tabellarisch ein gemütliches Mittelmaß, real ein Pulverfass. Die Fans erinnern sich: Unter Jess Thorup verflachte die Mannschaft in den letzten beiden Spielzeiten, nachdem der Klassenerhalt feststand. Zweimal verspielte Augsburg die Chance auf internationale Spiele, zweimal ging es mit Frust in die Sommerpause. Diesmal will Baum die Kurve kriegen – bevor die Kurve die Mannschaft kriegt.
Die Zahlen sind hart: Bei 32 Punkten steht Augsburg da, zehn vor dem VfL Wolfsburg. Klingt sicher, rechnet sich aber nicht, solange der 31. Spieltag noch aussteht. „Wir brauchen noch ein paar Zähler, um es auch rechnerisch zu fixieren“, sagte Baum nach dem Abpfiff. Der Begriff „Endspurt“ bekam eine neue Dringlichkeit.

Die dortmunde lektion: „leistungsgrenze nicht erreicht“
Kein Druck, keine Idee, keine Punkte. Augsburg agierte im 4-4-2, das Mittelfeld war ein offenes Tor. Karim Adeyemi schob ein, Donyell Malen erhöhte. Nur Finn Dahmen hielt die Klatsche in Grenzen. „Wir haben zu spät Druck auf den Ball bekommen“, monierte Baum. „So wird es schwierig, Punkte zu holen.“ Eine Selbstkritik, die selten bei ihm so deutlich ausfällt.
Für Fabian Rieder war‘s trotzdem „ein kleiner Dämpfer auf einem positiven Weg“. Keven Schlotterbeck sprach von „Nackenschlag“. Beide wissen: Gegen Stuttgart wartet schon die nächste Prüfung. Die Schwaben müssen am Donnerstag in Porto um das Europa-League-Aus retten. Augsburg? Hatte eine Woche Pause. Die Frage ist nur, ob die Beine oder der Kopf zuerst bereitstehen.

Stuttgart als schicksalsspiel
Wer am Sonntagabend in der WWK-Arena gewinnt, darf wieder träumen. Verliert Augsburg, rutscht es Richtung Tabellenkeller – und die Sommerpause beginnt mit Déjà-vu. Baum will „ein anderes Gesicht“ sehen. Die Fans wollen endlich wieder jubeln. Die Spieler wollen beweisen, dass sie mehr sind als ein Mittelfeld-Dauerparker.
Die Erinnerung an Thorups lethargische Endspiele sitzt tief. Baum hat die Chance, sich als Anti-Thorup zu profilieren. Die Rechnung ist einfach: Drei Punkte gegen Stuttgart, und der FCA kann planen. Alles andere wäre ein Rückfall in die alte Rituale. Die Uhr tickt. Die Kurve ist scharf. Und Augsburg muss endlich Gas geben, sonst fährt die Saison ab – ohne Bremsen.
