Diks versenkt union – gladbach atmet auf
Ein eiskalter Nerven aus Stahl und ein Trainer, der die Erleichterung kaum verbergen kann: Borussia Mönchengladbach hat im Abstiegskampf einen glücklichen, aber verdienten 1:0-Sieg gegen Union Berlin gefeiert. Entscheidend war der verwandelte Elfmeter von Kevin Diks in der 94. Minute.

Das leidige elfmeter-drama geht weiter
Es war ein Spiel, das lange nach einem torlosen Remis aussah, und die Gladbacher Fans bereits mit einem weiteren Rückschlag rechneten. Doch dann, der Strafstoß. Und während die Borussia in dieser Saison bereits drei Elfmeter verspielt hatte – Haris Tabakovic und Kevin Stöger scheiterten jeweils – trat Diks an und ließ Union-Keeper Frederik Rönnow keine Chance. Trainer Eugen Polanski war danach voll des Lobes: „Kevin pinkelt Eiswürfel“, so sein lakonisches, aber aussagekräftiges Urteil über seinen Matchwinner.
Die Bilanz der Gladbacher Elfmeter ist frappierend. Vier verwandelt durch Diks, drei vergeben. Eine Statistik, die Polanski sichtlich erleichtert zur Sprache brachte: „Wenn es einen Elfmeter gibt und Kevin Diks auf dem Platz steht, dann nimmt er den Ball und schießt ihn rein. Am Ende ist es seine Qualität, so nervenstark zu sein.“ Es war mehr als nur ein Sieg; es war ein Zeichen der Stabilität in einer turbulenten Saison.
Doch Diks war nicht der einzige Lichtblick. Mit 17 Jahren feierte Wael Mohya sein Startelf-Debüt in der Bundesliga. Eine mutige Entscheidung von Polanski, die sich auszahlte. Mohya zeigte eine beeindruckende Leistung und bestätigte das Vertrauen seines Trainers. „Ich bin sehr zufrieden, es kann genauso weitergehen“, sagte Polanski. Mohya selbst gab zu, nervös gewesen zu sein, aber betonte, dass dies zum Bundesliga-Alltag gehöre. „Ich habe ein, zweimal einen draufbekommen. Aber das ist Bundesliga, daran muss man sich gewöhnen.“
Der Sieg gegen Union ist ein wichtiger Schritt im Abstiegskampf. Ein Remis wäre angesichts der punktenden Konkurrenz ein herber Rückschlag gewesen. Polanski gestand: „Wir haben sehr lange das Brett bohren müssen. Am Ende haben wir es zum Glück durchgebohrt bekommen.“ Die Erleichterung war ihm anzusehen, und er sprach von der Freude, „mal wieder darüber zu reden, wie froh ich bin“. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob die Borussia diesen Schwung mitnehmen kann. Aber eines ist klar: Mit einem eiskalten Vollstrecker wie Kevin Diks im Team ist immer ein Sieg möglich. Die Moral ist gestärkt, und die Hoffnung lebt. Die nächste Herausforderung wartet bereits.
Die Frage, ob diese Leistung nachhaltig ist, bleibt offen. Aber für den Moment zählt nur der dreifache Punktgewinn und die damit verbundene Luft zum Atmen im Abstiegskampf. Die Gladbacher Fans dürfen wieder hoffen – und das ist für sie im Moment unbezahlbar.
