Fifa-chaos: iran verpasst kongress – wm-teilnahme ungewiss?
Ein Schlag gegen die sportliche Diplomatie: Der iranische Fußballverband hat den FIFA-Kongress in Toronto verpasst. Während Mattias Grafström, Generalsekretär des Weltfußballverbands, knapp eine halbe Stunde brauchte, um die Anwesenheit der 211 Mitgliedsverbände festzustellen, fehlte ein Name: Iran. Ein diplomatisches Desaster, das nun Fragen nach der Teilnahme des Landes an der bevorstehenden Weltmeisterschaft aufwirft.

Die ursache: visaprobleme und ein harter grenzbeamter
Die Ursache für das Ausbleiben der iranischen Delegation liegt laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim in einem “unangemessenen Verhalten von Einwanderungsbeamten” am Flughafen Toronto. Präsident Mehdi Taj, Generalsekretär Hedayat Mombeini und sein Stellvertreter Hamed Momeni waren mit gültigen Visa auf dem Weg zum Kongress, mussten aber umkehren. Die Absurdität der Situation wird durch die Tatsache unterstrichen, dass alles vorbereitet war – nur die Einreise wurde verweigert.
Gianni Infantino versuchte, die Situation herunterzuspielen. In seiner Rede betonte er zwar, dass “Iran an der Weltmeisterschaft teilnehmen wird, daran besteht kein Zweifel”, doch die Vorgänge werfen ein schlechtes Licht auf die Organisation und lassen Zweifel aufkommen. Die FIFA hatte während der internationalen Pause bereits ein Treffen mit den iranischen Funktionären abgehalten. Die Idee, die Spiele in Kanada auszutragen, wurde verworfen, nachdem die FIFA dies abgelehnt hatte. Die Einladung von Donald Trump, nicht an der WM teilzunehmen, aufgrund von Sicherheitsbedenken, klingt in diesem Kontext geradezu ironisch.
Die Lage ist brisant: Während Infantino offiziell betont, dass keine Verbände suspendiert seien, bleibt die Frage, ob der iranische Verband die notwendigen Auflagen erfüllen kann, um an der WM teilzunehmen. Die Verweigerung der Einreise zum FIFA-Kongress ist mehr als nur ein Ärgernis; sie ist ein Symptom für die politischen Spannungen, die den internationalen Fußball belasten. Das Verhalten der kanadischen Einwanderungsbehörden erscheint nicht nur unprofessionell, sondern auch als eine bewusste Provokation gegenüber der FIFA und dem iranischen Fußballverband. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Situation noch vor der WM beruhigen wird.
Die FIFA steht nun vor der Herausforderung, die Glaubwürdigkeit des Wettbewerbs zu wahren und gleichzeitig politische Zwänge zu berücksichtigen. Die Entscheidung, ob Iran an der WM teilnehmen darf, wird weitreichende Konsequenzen haben und den internationalen Fußball nachhaltig beeinflussen. Die Ereignisse in Toronto zeigen deutlich, dass der Fußball längst nicht mehr nur ein Sport ist, sondern ein Spiegelbild der globalen Politik.
