Fifa vor eu-klage: ticket-wucher bei wm 2026 entlarvt
Die FIFA steht mit dem Rücken zur Wand. Euroconsumers und Football Supporters Europe haben bei der Europäischen Kommission eine Kartellbeschwerde eingereicht – und das, was darin steht, klingt nach einem Albtraum für jeden Fußballfan.
Preise explodieren – 9.000 dollar für ein finale
Der Vorwurf: Missbrauch der Marktmacht. Die FIFA allein bestimmt, wer Tickets für die WM 2026 bekommt – und zu welchem Preis. Das Ergebnis ist ein Dynamic-Pricing-System, das sich an der aktuellen Nachfrage orientiert. Konkret: Für dasselbe Spiel, denselben Block, dieselbe Reihe zahlt der eine 60 Dollar, der andere 500. Für das Finale in New Jersey klettert der reguläre Preis bis auf 9.000 Dollar – ohne VIP-Zusatz.
Die Taktik dahinter ist durchsichtig. Die FIFA will mit 48 statt 32 Teams zwar nur 70 Prozent mehr Spiele, aber das dreifache an Ticket- und Hospitality-Einnahmen einstreichen. Romane Armangau von Euroconsumers bringt es auf den Punkt: „In einem echten Wettbewerb würde so etwas nicht existieren.“

Fifa-plattform wird zum legalen schwarzmarkt
Doch es wird noch zynischer. Wer eine 60-Dollar-Karte ergattert, darf sie auf der eigenen FIFA-Plattform weiterverkaufen – für 10.000 Dollar, 15.000 Dollar, beliebig. Die FIFA kassiert doppelt: 15 Prozent vom Verkäufer, 15 Prozent Aufschlag beim Käufer. Martin Endemann von Football Supporters Europe nennt das einen „legalisierten Schwarzmarkt“. Die Behauptung, man wolle Wucher verhindern, sei pure Heuchelei.
Betroffen sind auch Fans mit Behinderung. Sie mussten zunächst voll zahlen, erst nach öffentlichem Druck räumte die FIFA Rabatte ein – begrenzt auf ein paar Hundert Tickets pro Team und Spiel.

Eu-kommission prüft – fifa bleibt stur
Die EU-Kommission bestätigte den Eingang der Beschwerde. Eine Prüfung läuft, ein Ergebnis steht offen. Sollte Brüssel einen Verstoß gegen das EU-Kartellrecht feststellen, kann die FIFA zur Kurskorrektur gezwungen werden – etwa durch Preisobergrenzen oder verpflichtende Transparenz.
Die FIFA selbst schweigt zu den Vorwürfen. Stattdessen verweist Präsident Gianni Infantino auf die angebliche Solidarität: Ohne die Milliarden aus Tickets gäbe es in 150 Ländern keinen Fußball. Die Rechnung geht so nicht auf. Denn während die Umsätze steigen, bleibt die Zahl der Spiele moderat. Der Gewinn dagegen fließt nicht in die Infrastruktur, sondern in Marketing-Deals und Exekutivgehälter.
Die Fans haben die Wahl: mitspielen oder zuschauen. Mehr als eine halbe Milliarde Anfragen zeigen, dass die Nachfrage da ist – und die FIFA weiß das. Solange kein europäischer Gerichtsbeschluss sie bremst, wird sie weitermachen. Die nächste Stufe des Preismechanismus ist bereits in Planung. Für die Fans heißt es: Zahlen oder wegsehen. Das Dilemma ist echter denn je.
