Fifa drückt aufs tempo: letzte wm-tickets kommen – fan-proteste ignoriert

Die FIFA schaltet einen Gang höher. Kaum hat die europäische Fan-Organisation Football Supporters Europe (FSE) wegen „Wucherpreisen“ bei der EU-Kommission Klage eingereicht, kündigt der Weltverband die finale Ticket-Verkaufsphase für die WM 2026 an. Ab 1. April, 17 Uhr, werden die letzten Karten für das Turnier in USA, Mexiko und Kanada freigegeben – ohne ein Wort zur Kritik.

Preise? kein kommentar. transparenz? fehlanzeige.

Preise? kein kommentar. transparenz? fehlanzeige.

Die Nachricht kommt per Pressemitteilung, nicht per Pressekonferenz. Dort heißt es lapidar: „Weitere Tickets gelangen in den allgemeinen Verkauf.“ Der Vorrat sei begrenzt, die Platzwahl frei – das war’s. Weder Preise noch Konditionen werden genannt. Ein Hinauszögern der Debatte, die FSE und die Verbraucherschützer von Euroconsumers mit ihrer Beschwerde entfacht haben.

Der Vorwurf: Die FIFA nutze ihr Monopol, um dynamische Preise durchzudrücken, die auf einem echten Markt kein Käuer akzeptieren würde. Die Kommission prüft nun, ob die Geschäftspraktiken gegen EU-Kartellrecht verstoßen. Die FIFA schweigt. Stattdessen verspricht sie Fans, die schon Karten haben, ab April endlich die Sitzplätze in ihrem Account zu sehen – ein Detail, das früher schon möglich gewesen wäre.

Die Taktik ist klar: Druck durch Zeit. Je näher der 11. Juni rückt, desto panischer werden Letztentscheider. Die FIFA setzt darauf, dass Emotion statt Einspruch gewinnt. Ob die Strategie aufgeht, entscheidet sich an den Klickzahlen am 1. April. Denn wenn die letzte Charge binnen Minuten weg ist, lautet die Botschaft: Der Markt regelt – selbst wenn er von einem einzigen Verkäufer beherrscht wird.