Ferrero will alcaraz zurück: „ich würde nicht nein sagen“
Juan Carlos Ferrero sitzt in Valencia, doch sein Kopf ist in Indian Wells. Der Mann, der Carlos Alcaraz von wildem Teenager zu Grand-Slam-Räuber formte, hat das erste Trennungsjahr überstanden – und kassiert jetzt die Rechnung der Gefühle. „Ich habe ihn seit Turin nicht mehr gesehen, und Instagram blockiert mir der Algorithmus trotzdem seinen Feed. Das ist kein Stalking, das ist purer Schmerz“, sagt der 44-Jährige im Gespräch mit Radio El Cafelito.
„Wir haben ein offenes gespräch schuldig“
Die Trennung im November war ein Knall, weil sie still kam. Keine Eifersucht, kein Streit – nur Leere. Ferrero hatte sechs der sieben Titel mitorganisiert, die Alcaraz jetzt in seinem Clubhaus stehen hat. Seitdem trainiert der Murcianer mit Samuel Lopez, gewann in Buenos Aires und verlor in Rio. Ferrero schaute von der Couch, schaltete den Fernseher aus, schaltete ihn wieder an. „Wenn er anrufen würde, wäre mein erster Satz: Lass uns Golf spielen. Der zweite: Erzähl mir alles. Der dritte: Ich bin dabei, wenn du willst.“
Diese Sätze sind keine PR-Show. Ferrero arbeitet gerade als Mental-Coach des Golfers Carlos Ayora und weiß, wie schnell Kopf und Körper auseinanderdriften. „Carlos hatte 2023 drei Coaches in sechs Wochen – das ist wie drei verschiedene Spritzen in einem Marathon. Irgendwann fragt der Körper: Wer lenkt hier eigentlich?“ Der Spanier lacht, aber die Stimme wird leiser. „Ich kenne seine Schritte, seine Schreie, seine Schweigephasen. Ich kenne das Gesicht, das er macht, wenn er sich selbst hasst. Und ich kenne das, was er braucht, wenn er sich selbst liebt.“

Die zahlen, die ferrero nicht loslassen
Seit der Trennung hat Alcaraz 18 Matches gespielt, 14 gewonnen, zwei Finals verloren. Klingt gut, doch die Tiefe fehlt: Im Tiebreak gegen Jarry in Rio lag er 1-5 zurück, schaffte nochmal 5-6, dann knallte die Rückhand im Netz. Genau diese Minuten hatte Ferrero früer mit einer einzigen Geste abgeriegelt – ein Schultertipp, ein Blick, ein Wort. „Ohne diese Mikro-Impulse wird aus einem Knock-out-Schläger ein Glücksspieler. Carlos ist 20, er glaubt, er hätte Zeit. Ich weiß, dass er sie nicht hat.“
Die ATP hat Indian Wells längst zur Saison-Generalprobe erklärt. Alcaraz landete gestern um 14:07 Uhr Ortszeit, Ferrero um 14:08 – zwei Terminals, ein Flughafen, kein Wort. Die Gerüchteküche brodelt: Lopez hat nur einen Vertrag bis Wimbledon, Ferrero besitzt noch immer einen Satz Schlüssel für das Physio-Zimmer in der Academia. „Ich will keinen Job klauen, ich will nur die Lücke schließen, die er selbst gerissen hat“, sagt Ferrero. Und dann kommt der Satz, der morgen alle Zeitungen füllen wird: „Sequels sind selten besser – aber ‚The Godfather II‘ war auch ein Sequel.“
Die Sonne versinkt hinter den Bergen von Valencia. Ferrero steht auf, zückt das Handy, tippt eine Nummer, löscht sie wieder. „Ich werde nicht anrufen. Wenn er bereit ist, weiß er, wo er mich findet. Auf dem Golfplatz oder in der Box. Die Tür ist offen, die Schläger liegen bereit. Und das Herz schlägt immer noch in Spanisch.“
