Ferrari: coletta fordert le-mans-dominanz trotz rückschlägen!
Antonello Coletta, der Architekt des Ferrari-Triumphes in der Langstreckensaison, steht vor einer ungewöhnlichen Herausforderung: Kann Ferrari seine beeindruckende Siegesserie bei den 24 Stunden von Le Mans 2026 fortsetzen, obwohl die Konkurrenz stärker denn je zu sein scheint?
Die bittere realität nach imola und spa
Die Vorbereitung auf das prestigeträchtigste Langstreckenrennen verlief für Ferrari alles andere als reibungslos. Während die Mannschaft in Imola noch einen zweiten Platz erreichte, offenbarte der chaotische Auftritt in Spa-Francorchamps tiefe Risse im normalerweise so zuverlässigen System. „Ehrlich gesagt, habe ich mit deutlich mehr Punkten nach Le Mans gerechnet“, gestand Coletta in einem exklusiven Gespräch mit MARCA. Der Rennverlauf in Spa war eine Demütigung – Ferrari hatte schlichtweg keine Chance, mitzuhalten. Ein Umstand, der in Anbetracht der traditionell starken Präsenz des Teams auf dieser Strecke umso schmerzlicher war.

Bop als schatten über ferrari?
Coletta wich der direkten Ansprache aus, wenn es um die Ursachen für die Leistungsschwankungen ging. Er deutete jedoch deutlich an, dass das Balance of Performance (BOP)-System eine Rolle spielt. „Ich kann nicht sagen, warum es dazu gekommen ist, aber ich kann Ihnen versichern, dass wir mit dem Leistungspotenzial unseres Autos und unserer Fahrer äußerst zufrieden waren. Hätten wir die Chance dazu gehabt, hätten wir um den Sieg gekämpft.“ Die Andeutung ist klar: Ferrari fühlt sich durch die BOP-Regulierung benachteiligt.

Fokus auf le mans – die letzte rettung?
Die Situation ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Ferrari liegt in der Fahrerwertung zwar hinter BMW zurück, doch Coletta hat klare Prioritäten gesetzt: „Wir können die Vergangenheit nicht ändern, aber wir können die Zukunft gestalten. Ich habe das Team aufgefordert, sich voll und ganz auf Le Mans zu konzentrieren. Die Unterschiede sind dieses Jahr geringer als in den Vorjahren. Alle Teams haben in ihre Entwicklung investiert – außer uns.“ Die 24 Stunden von Le Mans bieten Ferrari die letzte Chance, die Saison doch noch zu retten und die Dominanz zu behaupten, die man sich in den letzten Jahren erarbeitet hat.

Familie statt maschine: das erfolgsgeheimnis
Der Erfolg des Ferrari WEC-Programms ist nicht nur auf das technische Können zurückzuführen. Coletta betont die Bedeutung des Teamgeists: „Wir haben ein Team geschaffen, das wie eine Familie zusammenarbeitet. Fehler werden nicht abgestraft, sondern als Lernchance gesehen.“ Doch damit nicht genug: „Es kommt auf die Wertschätzung jedes einzelnen Mitglieds an – von den Mechanikern bis zum Marketingteam, vom Fahrer bis zum Koch. Jeder trägt seinen Teil dazu bei.“

Der maradona-effekt: colettas führungsstil
Colettas Führungsstil ist ebenso unorthodox wie erfolgreich. Er selbst bezeichnet sich als „hart“ – „aber zuerst mit mir selbst“. Sein Motto lautet: „Ich stelle lieber Leute in meine Teams, die besser sind als ich selbst.“ Er sucht den „Maradona“ für jede Position, den Spieler, der sein Team in neue Höhen führt. Eine Philosophie, die sich bei Ferrari bewährt hat und dem Team weiterhin zum Erfolg verhelfen könnte. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Ferrari seine beeindruckende Le-Mans-Bilanz verteidigen und die Konkurrenz erneut in den Schatten stellen kann.
