Federica sciarelli zerreißt die schweige-fassade: liliana, nessy und ein messerblock aus 700 klingen

21.20 Uhr, Rai 3. Kein Talk, keine Show, nur harte Wahrheit. Federica Sciarelli wirft heute drei Fälle auf den Tisch, die Italiens Justiz wach liegen. Liliana Resinovich ist seit 2022 tot – 700 Küchenmesser liegen als Beweise in Triest, doch kein Gerichtstermin steht fest. Nessy Guerra sitzt mit ihrer Tochter in Kairo fest, weil der Ehemann sie wegen Ehebruch anzeigte. Und ein Koch namens „Milza“ soll seine Partnerin für die Lebensversicherung erdrosselt haben. Drei Geschichten, ein gemeinsamer Nenner: Die Staatsanwälte zögern, die Betroffenen verzweifeln.

700 Messer, ein toter, null anklage

Sebastiano Visintin behauptet weiterhin, seine Frau „nicht angefasst“ zu haben. Die Gerichtsmediziner haben sich jetzt drei Monate extra Zeit genommen, um 700 Messer zu sichten – ein Datensatz, der selbst erfahrene Kriminaltechniker ins Schwitzen bringt. Die Staatsanwaltschaft Triest schweigt, doch hinter den Kulissen kursiert ein Datum: Juni 2026. Dann soll entschieden werden, ob Visintin vor Gericht muss oder die Akte landet. Lilianas Tochter Sara hat bereits angekündigt, im Fall eines Freispruchs vor das Oberste Gericht zu ziehen. Ihr Anwalt spricht von „justiziellem Tischfußball“.

Nessy guerra: gefangen im nil-staat

Nessy guerra: gefangen im nil-staat

Kairo-Innenministerium, 10. Stock. Dort sitzt Nessy mit ihrer siebenjährigen Tochter, Pass abgenommen, Ausreisesperre aktiv. Der Grund: Artikel 274 des ägyptischen Strafgesetzbuchs – Ehebruch. Ihr Mann Tamer sagt vor ortsständigen Richtern aus, sie habe „fremde Männer empfangen“. Die Strafe: sechs Monate Haft, wenn die Berufung scheitert. Italiens Außenministerium hat die Botschaftskanzlei bereits zweimal einbestellt, doch der Fall landet jedes Mal im juristischen Nirgendwo. Nessys Anwalt kalkuliert: „Wenn wir bis Pfingsten keine diplomatische Lösung haben, wird sie vor Ort verurteilt.“

Der „chef milza“ und die lange liste der verdächtigen

Der „chef milza“ und die lange liste der verdächtigen

Die Polizisten aus Brescia nennen ihn nur noch „Milza“, weil er in der Gastro-Branche als „König der Ragù“ galt. Hinter dem Spitznamen verbirgt sich ein 44-jähriger Koch, der laut Anklage seine Lebensgefährtin erstickte, um 250 000 Euro Lebensversicherung kassieren zu können. Neue Zeugen belasten ihn nun auch in zwei weiteren Todesfällen: eine ehemalige Kellnerin und ein Lieferant, die beide nach Kontakt mit ihm verschwanden. Die Kripo vermutet eine Serie, die bis nach Sardinien reicht. Ob es reicht für eine Anklage wegen mehrfachen Mordes, entscheidet die Woche nach Ostern.

21.20 Uhr, Live. Sciarelli wird nicht rufen: „Wer kennt den Zeugen?“ Sie wird fragen: „Wer traut sich, endlich zu sprechen?“ Drei Frauen, drei Staatsanwaltschaften, ein Land, das die Wahrheit vor dem Werbespot versteckt. Eins ist klar: Wer heute wegschaltet, schaltet Menschen aus.