Fca vor hoffenheim: baum setzt auf routinier – und bricht trend?

Augsburg. Der FC Augsburg hat sich in eine unangenehme Situation manövriert: Mit nur einem Punkt aus den letzten vier Partien ist der Klassenerhalt noch nicht unter Dach und Fach. Am Freitagabend empfängt der FCA die TSG Hoffenheim, und Trainer Manuel Baum steht der Druck in den Knochen. Er muss die 40-Punkte-Marke knacken – und hofft, dass ein alter Hase ihm dabei hilft.

Kann gouweleeuw den trendwenden?

Kann gouweleeuw den trendwenden?

Es ist ein Muster, das den FCA in den letzten Jahren immer wieder begleitet hat: Sobald der Klassenerhalt sicher schien, ließ die Mannschaft nach. Die Punkte blieben auf der Strecke, und mit einem bitteren Gefühl ging es in den Sommer. 2018/19 waren es lediglich sechs Punkte aus den letzten sechs Spielen, im Vorjahr nur drei unter Jess Thorup, und auch im vergangenen Jahr blieben es nur vier unter Enrico Maaßen. Eine Ausbeute, die bei sieben Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz zwar hätte gereicht, doch das Ziel ist nun klar: Mehr als bloßes Überleben.

“Wir haben eine Kultur entwickelt, in jedem Spiel gierig auf drei Punkte zu sein“, betont Baum und versucht, den negativen Trend zu durchbrechen. Das Training soll nun noch intensiver werden, die Freude am Gewinnen wieder in den Vordergrund rücken. Jeff Gouweleeuw, der eigentliche Kapitän, könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen. Der 34-Jährige, der seit seinem Ausfall am 10. Spieltag mit einer Innenbandverletzung zu kämpfen hatte, könnte in der Startelf stehen.

Baum zeigte sich am Mittwoch als rhetorisch versierter Trainer und nannte das bevorstehende Spiel gegen Hoffenheim einen „nächsten Kracher zu Hause, es wird mit Sicherheit wieder ein Fest“. Eine wohl etwas übertriebene Einschätzung, denn fußballerisch gehört die TSG zwar zu den Top-Teams der Liga, doch der FCA wird sich wehren. Der Ausfall von Keven Schlotterbeck, der gelbgesperrt ist, zwingt Baum zu einer Umstrukturierung. Neben Gouweleeuw könnte auch Noki Banks in die Dreierkette rücken.

Chrislain Matsima kehrt zwar langsam ins Training zurück, doch sein Comeback in dieser Saison ist fraglich. “Es gibt keinen Zeitpunkt, wir schauen es uns von Woche zu Woche an. Es wäre schön, wenn wir ihn in dieser Saison nochmals in der Arena sehen würden“, so Baum. Yannik Keitel fällt hingegen mit einer Schleimbeutelentzündung aus. Fabian Rieder, der sein Debüt auf der Doppelsechs gab, steht weiterhin zur Verfügung. Ein hoher Konkurrenzkampf im Team könnte der beste Weg sein, um ein erneutes schwaches Saisonende zu verhindern.

Die Wahrheit ist: Der FCA muss gewinnen. Nicht nur für die Punkte, sondern auch um die alte Dynamik zu durchbrechen und zu zeigen, dass in Augsburg noch immer echter Kampfgeist herrscht. Es geht um mehr als nur den Klassenerhalt – es geht darum, eine Mentalität zu bewahren.