Fc zürich: präsident canepa wehrt fanproteste gegen koller-comeback
Ein Beben erschüttert die Super League: Marcel Koller kehrt zum FC Zürich zurück. Doch statt Jubel brandet Unmut in Teilen der Anhängerschaft auf, die die Verpflichtung des ehemaligen Grasshopper-Trainers scharf ablehnen. Präsident Ancillo Canepa schlägt nun mit harter Hand zurück und verteidigt die Personalentscheidung mit Nachdruck.

Die schatten der vergangenheit verdunkeln die zukunft
Die Nachricht sorgte für Aufruhr in der Limmatstadt: Marcel Koller, einst gefeiert als Nationaltrainer, kehrt nicht zum Erzrivalen Grasshopper zurück, sondern zum FC Zürich. Ein sportlicher Coup, so könnte man meinen. Doch für viele Fans ist der Schritt unhaltbar, eine Verletzung der Vereinsidentität. Bereits am Trainingsgelände ließen einige ihre Wut an den Spielern und dem Trainerstab deutlich spüren – eine Situation, die an die umstrittene Verpflichtung von Steven Zuber erinnert und alte Wunden aufreißt.
Doch Canepa lässt sich nicht entmutigen. In einem deutlichen Editorial auf der Vereinswebsite kontert er die Kritik mit scharfen Worten. Er respektiere zwar die Meinungsfreiheit, doch die Art und Weise der Anfeindungen empfindet er als unverständlich. “Mich nerven die ständig negativen Reaktionen, wenn jemand allein aufgrund seiner vergangenen Klubzugehörigkeit beim FCZ nicht willkommen sein soll,” so Canepa, der die emotionale Gegenreaktion der Fans als kurzsichtig abtut.
Die Entscheidung für Koller sei ausschließlich auf fachliche Kompetenz und persönliche Integrität basiert, betonte der 72-jährige Präsident. Die Vergangenheit des Österreichers, seine Trainerzeit beim Erzrivalen, sei dabei völlig irrelevant. “Dass dem ehemaligen Nationalcoach eine Ära beim Erzrivalen vorgehalten wird, die bereits Jahrzehnte zurückliegt, ist schlicht absurd.”
Canepa rief die Fans zu einem Umdenken auf. Der Verein stehe über persönlichen Befindlichkeiten. “Im Zentrum steht der FCZ – nicht individuelle Empfindlichkeiten,” stellte er klar und unterstrich damit die konsequente Linie der Vereinsführung. Die Frage ist, ob dieser Machtakt ausreicht, um die Stimmung im Anhang zu beruhigen. Spätestens beim Saisonstart wird Marcel Koller beweisen müssen, dass er trotz seiner Vergangenheit der richtige Mann für den FC Zürich ist – dann zählen nur die Ergebnisse.
