Fc zürich: brecher-fehlstart befeuert abstiegssorgen – zuberbühler scharf!
Chaos im Tor, Zweifel am Trainer: Der FC Zürich steckt tiefer als je zuvor im Abstiegskampf der Super League. Der bittere 0:3-Erfolg gegen Lausanne-Sport offenbarte nicht nur die Defensivprobleme, sondern auch eine fragwürdige Personalentscheidung von Interimscoach Carlos Bernegger.

Brechers comeback endet in einer katastrophe
Die überraschende Einwechslung von Yanick Brecher, dem erfahrenen Routinier, anstelle des jungen Silas Huber war ein Paukenschlag. Doch der Plan, mit der Konstanz des Urgesteins den Abstiegskampf zu stabilisieren, ging spektakulär nach hinten los. Ein schwerwiegender Patzer des Keepers leitete die deutliche Niederlage ein und sorgte für massive Kritik.
Pascal Zuberbühler, ehemaliger Nationaltorwart mit 51 Länderspielen, ließ seiner Enttäuschung freien Lauf. „Damit hat man sich ein Ei gelegt“, urteilte der Experte gegenüber Nau. Die Entscheidung, Brecher ins Tor zu stellen, wirke symptomatisch für eine Saison voller Fehltritte und verpasster Chancen.
Die Torhüterfrage bleibt ein offenes. Bernegger hatte sich gegen den jungen Huber entschieden, der in den letzten Spielen durchaus Potenzial gezeigt hatte. Zuberbühler relativiert: „Fair enough. Er setzt auf Erfahrung und hofft, so die nötigen Punkte zu holen.“ Doch die Frage bleibt, ob diese Strategie aufgeht, wenn der erfahrene Torwart nicht in Form ist.
Brecher selbst befindet sich offenbar in einer schwierigen Phase. Nach Jahren, in denen er den Verein prägte, musste er sich ungewöhnlich oft mit der Rolle des Ersatzmanns abfinden. „Warum man ihn im Umbruch auf die Bank gesetzt hat, verstehe ich nicht“, so Zuberbühler. „Er ist das einzige Urgestein im Team und hält nach jeder Niederlage den Kopf hin.“
Allerdings räumt auch Zuberbühler ein, dass Brecher aktuell nicht seine besten Leistungen zeigt. „Natürlich spielt er nicht auf höchstem Niveau. Aber ein Torwart ist auch immer auf seine Mitspieler angewiesen. Beim FCZ wurde viel gewechselt, das war bretterhart für ihn.“ Die ständigen Veränderungen in der Mannschaft haben die Situation für den erfahrenen Schlussmann zusätzlich erschwert.
Die Situation beim FC Zürich ist ernst. Nächste Woche steht das entscheidende Auswärtsspiel beim FC Winterthur an. Ob Bernegger erneut auf Brecher setzt, ist ungewiss. Eine letzte Möglichkeit für den 32-Jährigen könnte darin bestehen, sich in den verbleibenden Spielen bei anderen Vereinen zu präsentieren – ein Fenster für einen möglichen Transfer. Doch für die Fans geht es vor allem um die sportliche Rettung. Der Abstiegskampf wird zur Zerreißprobe für den Verein und seine Anhänger.
