Fc thun vor historischem triumph: legendärer latour blickt voller stolz

Ein Fußballmärchen nimmt in Thun seinen Lauf: Der FC Thun steht kurz vor dem größten erfolg in seiner Vereinsgeschichte und könnte bereits in Kürze die Schweizer Meisterschaft feiern. Ein Mann, der diese außergewöhnliche Zeit hautnah miterlebt und dessen Name untrennbar mit dem Verein verbunden ist, ist Hanspeter Latour – ein Mann, dessen legendäre Interviews und sein unvergessliches "Gränni"-Video noch lange in Erinnerung bleiben werden.

Die rückkehr des "schlaue schlitzohr"

Die rückkehr des "schlaue schlitzohr"

Latour, einst eine prägende Figur an der Seitenlinie, auch wenn seine letzte offizielle Rolle bereits 2009 endete, verfolgt die Entwicklung des FCT mit großer Begeisterung. "Dass sie jetzt Schweizer Meister werden, das wäre jetzt nicht ehrlich. Aber gehofft natürlich. Je länger und je näher umso mehr," gestand der 78-Jährige bei blue Sport, seine Stimme voller Hoffnung und Stolz. Er ließ sich nicht vom Misstrauen mancher Beobachter beirren, die trotz eines komfortablen Vorsprungs von 14 Punkten auf einen Einbruch der Mannschaft gewartet hatten – ein Zeichen, so Latour, des fehlenden Respekts vor dem starken Auftreten der Thun-Spieler.

Die Geschichte des FC Thun ist eng mit Latours Verdienst verknüpft. Er war es, der bereits 2002 die Berner Oberländer in die Nationalliga A führte und den Grundstein für den heutigen erfolg legte. Es waren er, der Schlüsselspieler wie Präsident Andres Gerber, Trainer Mauro Lustrinelli und Assistenztrainer Nelson Ferreira zum Verein holte – Männer, die nun gemeinsam eine Meistermannschaft geformt haben. "Die drei habe ich alle zu Thun geholt, da habe ich natürlich schon Freude," so Latour, der sich sichtlich über den Erfolg seiner ehemaligen Schützlinge freut. Gerber, als Captain bereits damals ein Leader, und Lustrinelli, das "schlaue Schlitzohr", dessen Kopfballtor gegen Basel selbst erfahrenste Fußballfans in Erinnerung haben, sind heute tragende Säulen des Erfolgs.

Latour beschreibt Lustrinelli treffend: „So einer wird ein schlauer Trainer – er weiss, wohin er laufen muss und wie er aufstellen muss.“ Es ist ein Kompliment, das die taktische Versiertheit des Trainers unterstreicht und die Fähigkeiten, die Latour einst erkannte, würdigt. Der Meistertitel, der nun in greifbare Nähe rückt, ist nicht nur ein Triumph für den FC Thun, sondern auch eine Bestätigung für die Visionen und Entscheidungen, die Latour einst traf.

Die Freude in Thun ist grenzenlos, während die Hoffnungen in Basel gedämpft sind. Latour, der dem FCT auch heute noch als Fan die Daumen drückt, blickte bereits am vergangenen Samstag auf den Titel, welcher nun, wenn auch etwas später, bevorsteht. Ein Märchen, das seinen krönenden Abschluss findet – und ein Beweis dafür, dass Leidenschaft, Weitsicht und ein bisschen Glück zum Erfolg führen können.