Farkens albtraum in torun: tokio-held scheitert schon im vorlauf
3:41,79 Minuten. Eine Zeit, die Robert Farken normalerweise im Schlaf läuft. Doch diese 1500-Meter-Vorlauf-Bilanz bedeutet vorzeitiges Aus beim Hallen-WM-Gastspiel in Torun – und einen herben Rückschlag für den Mittelstreckler, der vor sechs Monaten in Tokio noch die Weltelite herausforderte.
Der plan zerfällt nach 600 metern
Der Slowene Rok Markelj riss das Feld auseinander, legte eine Lücke von 70 Metern vor – ein Experiment, das keiner ernst nahm, aber alle durcheinanderbrachte. Farken fiel zurück, tastete sich an der Bande entlang, verlor Rhythmus und Nerv. "Sinnlose Bewegungen", sagt er hinterher, "vorne und hinten zu wenig."
Federico Riva nutzte das Durcheinander, schaltet auf der letzten Runde den Turbo und zieht als Sieger ins Finale. Farken dagegen sackt auf Rang fünf ab – keine Zwischenspurt, keine Reserve. Die Beine waren leer, der Traum aus.

Tokio verblasst, australien rückt näher
Der 28-Jährige hatte sich in den USA auf diesen Winter vorbereitet, sich selbst unter Druck gesetzt: „Warum nicht mal vorne reinlaufen?“ Jetzt bleibt nur die Selbstkritik. „Ich habe das Gefühl, ich bin in der Halle genauso stark wie draußen – heute war davon nichts zu sehen.“
Die Hallen-WM ist für ihn Geschichte, bevor sie richtig begann. Nächste Woche fliegt er nach Australien, will das Rennen dort „vernünftig laufen“. Die Analyse der Torun-Pleto? „Vielleicht irgendwann. Jetzt erstmal weg von hier.“
Mit 3:41,79 bleibt ein bitterer Nachgeschmack: Das war keine Formschwäche, sondern ein Blackout auf höchstem Niveau. Für Deutschlands Mittelstrecke ist damit auch das letzte Hoffnungsfeuer erloschen – beide 1500-Meter-Finalläufe finden ohne deutsche Beteiligung statt.
