Fan-hilfen donnern gegen reul und schuster vor ministerkonferenz

Die Innenminister Herbert Reul und Armin Schuster haben den Bock zum Gärtner gemacht. Statt mit Fans über Sicherheit zu verhandeln, stellen sie sie an den Pranger. Das zumindern wirft ihnen der Dachverband der Fanhilfen vor dem Start der Sportministerkonferenz am Donnerstag vor.

Reul und schuster: „konfrontationskurs statt dialog“

Die CDU-Politiker aus Nordrhein-Westfalen und Sachsen hatten im kicker nicht ausgeschlossen, dass Vereine künftig für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen zahlen sollen. Schuster gibt sich gern gespalten: „Diesen Weg halte ich aus unterschiedlichen Gründen für falsch“, sagt er, „aber der Druck auf mich steigt.“ Welcher Druck? Der Druck der Zahlen zeigt: Gewaltakte im Stadion sinken seit Jahren. Die einzige Statistik, die steigt, ist die der leeren Drohgebärden.

Die Fan-Hilfen kontern mit harten Fakten. Sie werfen den Ministern vor, mit „gefühlten Wahrheiten, haltlosen Behauptungen und Drohungen“ zu arbeiten. Danny Graupner, Sprecher des Verbands, spricht von „öffentlichem Pranger“ und nennt das Vorgehen „schlicht beschämend“. Die versprochene Transparenz bleibe ein Lippenbekenntnis.

Personalisierte tickets und gesichtsscanner: die totgeburt kehrt zurück

Personalisierte tickets und gesichtsscanner: die totgeburt kehrt zurück

Im Fokus stehen wieder die alten Gespenster: personalisierte Eintrittskarten und Gesichtsscanner an den Drehkreuzen. Die Fanszene hat diese Debatte schon dreimal beerdigt – doch Reul und Schuster graben sie wieder aus. Die Fan-Hilfen fordern: „Diese realitätsfernen Vorschläge müssen endlich vom Tisch.“ Die Argumente sind bekannt: Scans kosten Millionen, verursachen Staus und verletzen das Prinzip der Unschuldsvermutung. Was sie nicht tun: Pyrotechnik oder Hools stoppen.

Die Minister verstehen eines nicht: Fans wollen keine Gegner sein. Sie wollen Mitgestalter. Wer sie als Kostenfaktor behandelt, verwandelt sie in eine Protestmasse. Die Konferenz beginnt mit einem Donnerwort der Basis. Ob es die Politik hört, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Die Uhr tickt – und die Kurve schreit.