Darderi: "keine energie mehr – aber dieser sieg gehört meiner oma!
Rom – Luciano Darderi, der Shooting-Star der Tenniswelt, musste im Halbfinale der Italian Open eine bittere Niederlage gegen Casper Ruud einstecken. Doch die Enttäuschung trübte nicht seine Dankbarkeit. Trotz der Erschöpfung nach einer atemberaubenden Turnierwoche widmete er seinen historischen Erfolg vor allem zwei Menschen: seiner verstorbenen Großmutter und seinem Vater.

Der traum, den seine oma trug
Die Reise des jungen Argentinier, der für Italien spielt, war ein Märchen. Siege gegen den Weltranglisten-Dritten Alexander Zverev und den aufstrebenden Thiago Jodar katapultierten ihn erstmals in ein Masters 1000 Halbfinale. Doch Darderi betonte, dass dieser Erfolg weit mehr bedeutet als nur eine Medaille. "Meine Oma war immer für mich da“, erklärte er sichtlich bewegt. „Ich weiß nicht, ob sie mich da oben gesehen hat, aber ihr Traum war es, dass ich Profi werde. Ich glaube, wir haben es geschafft.“ Eine Aussage, die die tiefe emotionale Bindung zu seiner Großmutter offenbart und die Bedeutung des Sports in seinem Leben unterstreicht.
Doch nicht nur die Erinnerung an seine Oma motivierte ihn. Auch sein Vater spielte eine zentrale Rolle in seiner Entwicklung. "Ich bin, was ich bin – als Sportler und als Mensch – ihm zu verdanken“, so Darderi. „Er hat alles dafür getan, dass ich Tennis spiele, und das tut er immer noch.“ Die Unterstützung seines Vaters, sowohl auf als auch neben dem Platz, sei unersetzlich gewesen.
Die Partie gegen Ruud offenbarte die Folgen der intensiven Turnierwoche. Darderi gestand, dass ihm die Kraft fehlte. „Ich hatte keine Energie mehr, ich habe in den letzten Tagen mein Bestes gegeben. Ich bitte um Entschuldigung beim Publikum.“ Die kurze Unterbrechung wegen des Regens brachte keine Erleichterung. Ruud nutzte Darderis Müdigkeit geschickt aus und dominierte das Spiel.
Trotz der Niederlage blickt Darderi positiv in die Zukunft. Sein Aufstieg in die Weltspitze geht weiter: Ab Montag wird er in der Weltrangliste auf Platz 16 geführt. „Vor zwei Wochen hätte ich mir das Halbfinale in Rom nicht vorstellen können“, gestand er. „Es war ein Traumturnier. Das Ergebnis gibt mir Selbstvertrauen und zeigt, dass ich auf diesem Niveau mithalten kann. Ich bin reifer geworden, aber es gibt noch viel zu verbessern.“
Die Italian Open markieren einen weiteren wichtigen Schritt in Darderis Karriere. Die Energie ist verbraucht, das Turnier ist vorbei, aber die Erinnerung an die Siege und die Dankbarkeit an seine Liebsten bleiben. Und das ist mehr wert als jeder Titel.
