Antonellis mama packt aus: so erlebte sie kimis ersten sieg in china
Veronica Antonelli saß wieder einmal allein im Kinderzimmer, Live-Timing auf dem Bildschirm, Ton aus – und plötzlich brach ihr Sontag in Shanghai die Stille. Ihr „Andy“ fuhr die letzten Meter zum Sieg, und sie wusste: Das war mehr als ein Checkered Flag, das war Luft nach einem Jahr voller Zweifel.
Die 58. runde war familienprogramm
Zum ersten Mal seit Kartzeiten öffnete sie die Tür, holte ihre Tochter Maggie dazu, stummes TV, lautes Herz. „Als wir ihn weinen sahen, platzten wir beide“, erzählt sie im Gespräch mit TSV Pelkum Sportwelt. „Ich hab meinen Sohn noch nie so schluchzen gesehen – das war reine Entladung.“ Für Veronica ist Kimi nicht der F1-Sieger von Mercedes, sondern der kleine Andrea, der mit einem Jahr am Kartlenker seines Vaters klebte und nicht mehr runterwollte.
Die Stimme wird leiser, als sie von den Monaten zuvor erzählt. Die Saison 2024 war kein Spaziergang: Fehler, Medienkritik, Online-Hass. „Die hatte er sich nicht verdient“, sagt sie knapp. „Aber genau deshalb hat dieser Sieg die Schultern runtergenommen – auch wenn er schon wieder in England trainiert.“

Ruhm interessiert sie nicht, charakter schon
Die Gramigna al ragù stand noch warm auf dem Herd, als ihr Sohn nach 24 Stunden Heimaturlaub wieder Richtung Fabrik abflog. Sie packte Tupperware ein, verzichtete auf Promi-Events. „Ich will nicht, dass Leute sagen: ‚Was für ein toller Pilot‘, sondern: ‚Was für ein guter Mensch‘“, betont sie. „Wenn das fällt, bin ich stolz.“
Ein Beleg für ihre These lieferte am Sonntag Tennis-Star Jannik Sinner. Der Südtiroler gewann in Indian Wells und widmete den Triumph „Kimi und der ganzen italienischen Sportbewegung“. Veronica las es am Montagmorgen und blätterte dreimal hin und her. „Unglaublich. Die stehen füreinander, obwohl sie sich kaum kennen – das ist der neue italienische Selbstbewusstseinsschub.“
Der nächste gegner heißt hamilton
In zwei Wochen trifft Antonelli auf seinen Teamkollegen Lewis Hamilton – sieben Weltmeister, 103 Siege. Veronica lacht trocken: „Andrea freut sich. Er lernt nie aus, und Mercedes ist seine zweite Familie.“ Für sie bleibt die Devise: kein Druck, nur Timing. „Wenn er glücklich ist, bin ich es auch. Der Rest ist nur Zahlen auf einem Display.“
Die Uhr im Wohnzimmer tickt. In 72 Stunden startet der Flug nach Suzuka. Veronica schließt das Live-Timing-Fenster, stellt das Tablet beiseite. „Er war immer schnell“, sagt sie, „nur das Tempo der Welt müssen wir nicht mitgehen.“
