Facklam bleibt: vfb oldenburg bindet torjäger für aufstiegsjagd

Mats Facklam schießt, Sebastian Schachten unterschreibt – und plötzlich steht der VfB Oldenburg wieder mit beiden Beinen im Aufstiegsrennen. Der 29-jährige Torjäger verlängert seinen Vertrag, obwohl die Konkurrenz aus der 3. Liga bereits heimlich anklopfte. 14 Treffer, sechs Vorlagen, ein Marktwert, der sich seit Sommer verdoppelt hat: Die Botschaft ist klar, der Marschwegstadion bleibt Zentrum der Macht.

Warum facklams handschrift über tore hinausgeht

Er ist längst mehr als nur ein Kopfballmonster. In der 3-4-3-Pressung von Trainer Fossi fungiert Facklam als vertikale Schaltstelle: Er lenkt die Gegner-Abwehr, räumt Bahnen für die Halbverteidiger und schaltet nach Ballgewinn in Sekundenschnelle um. Die Zahlen lügen nicht: In 78 Prozent der Ballgewinne im Mittelsturm endet die nächste Aktion mit einem Torschuss – so hoch wie bei keinem anderen Stürmer der Regionalliga Nord.

Doch da ist noch eine zweite Ebene. In der Kabine gilt der 1,96-Meter-Mann als „Schrank mit Orchester“: Er organisiert Extra-Videoeinheiten, schreibt Whatsapp-Ketten vor dem Spieltag und verteilt Bounties für Sieg-Presswürfe. Nach der 0:3-Pleite in Lübeck war es Facklam, der um 23:47 Uhr noch die komplette Startelf in den Fitnessraum bestellt hat. Am Folgetag gab’s ein 4:0 gegen den FC St. Pauli II. Zufall? Keiner im Umfeld glaubt daran.

Der deal, der nie öffentlich wurde

Der deal, der nie öffentlich wurde

Intern spricht man von „Projekt Marschweg 26“. Der neue Kontrakt enthält eine Staffelung, die bei Aufstieg automatisch auf 3-Liga-Niveau hochschaltet – plus Bonus für Werbeauftritte inklusive. Kein Wunder, dass Schachten die Verhandlungen wie Staatsgeheimnisschutz behandelte: Drei Gesprächsrunden fanden in einem Büro über dem Fanshop statt, Fenster mit Milchglas, Handyverbot an der Tür. Als Facklam unterschrieb, soll laut Zeugen sogar der Stadionbeleuchter spontan die Nachtschicht übernahm – Licht an, bis der Stift trocken war.

Der Glaube zahlt sich aus. Seit der Verlängerung ist Oldenburg ungeschlagen, die Moral steigt, die Tickets fürs Restprogramm sind zu 91 Prozent verkauft. Und Facklam? Der schwärmt nicht vom Aufstieg, er spricht vom „nächsten Schritt“. Das klingt nach einer Drohung für die Konkurrenz – und nach einem Versprechen für die 8.000 Dauerkarten-Inhaber, die seit Jahren auf die Rückkehr in den Profifußball warten.

Am Sonntag wartet der SV Meppen, Tabellenführer, sieben Punkte Vorsprung, zwei Spiele mehr. Die Rechnung ist simpel: Gewinnt Oldenburg, schmilzt der Rückstand auf vier Zähler. Facklam lacht verschmitzt: „Wir haben nichts zu verlieren, außer falsche Scheu.“ Das ist keine Standard-Phrase, das ist Kampfansage – und sie kommt ausgerechnet vom Mann, der vor einem Jahr noch in Lotte spielte und heute den VfB auf seiner Schulter trägt. Wer jetzt noch glaubt, die Regionalliga sei ein Schaulaufen, hat die Kirche im Dorf verpasst.