Fabregas verwandelt como 1907 in italiens heißeste adresse

Am Comer See urlauben Oscar-Preisträger, Hollywood-Stars sitzen auf der Tribüne des Giuseppe Sinigaglia, und ein ehemaliger Weltklasse-Mittelfeldspieler formt aus einem lange vergessenen Provinzklub eine der aufregendsten Mannschaften der Serie A. Como 1907 ist kein Märchen mehr. Es ist Realität, und sie hat einen Namen: Cesc Fabregas.

Vom zweitligisten zur überraschung der serie a

Noch vor anderthalb Jahren kickte Como in der Serie B. Heute steht der Klub aus der Lombardei mitten im Rennen ums internationale Geschäft und hat in dieser Saison bereits Juventus zweimal besiegt — das erste Mal seit 1952. Die Alte Dame, Napoli, Roma, Milan: alle in Reichweite. Nur Inter ist enteilt. Das ist keine Zufallsserie, das ist Methode.

Fabregas, heute 38 Jahre alt, ließ seine Spielerkarriere 2022 ausgerechnet bei Como ausklingen, damals noch in der zweiten Liga. Zwei Jahre später saß er auf der Trainerbank — und hält dort auch noch eine Beteiligung als Anteilseigner. Genauso wie sein ehemaliger Arsenal-Kollege Thierry Henry. Man könnte es als Nostalgieprojekt abtun. Wäre da nicht die Tabelle.

Ballbesitz, disziplin und eine defensive, die überrascht

Ballbesitz, disziplin und eine defensive, die überrascht

Das bevorzugte System ist ein 4-2-3-1, gepolt auf Ballbesitz, mit hoch stehenden Außenverteidigern und viel Bewegung im letzten Drittel. Das klingt nach Lehrbuch. Die Umsetzung ist es nicht. Fabregas hat aus einem bunt zusammengewürfelten Kader eine echte Einheit geformt, in der Erfahrung und Jugend aufeinandertreffen: Alvaro Morata, Spaniens Europameister, spielt neben dem 21-jährigen Nico Paz, der aus Real Madrids Jugend stammt und der Schlüsselspieler dieser Mannschaft ist. Dazu kommen Veteranen wie Alberto Moreno (Ex-Liverpool) und Sergi Roberto, einst Kapitän des FC Barcelona.

Zwei Deutsche mischen ebenfalls mit: Marc-Oliver Kempf, früher bei Hertha BSC, und Nicolas Kühn, der über Aue und Celtic seinen Weg nach Como fand. Kempf ist Teil einer Defensive, die man so nicht erwartet hätte. Nach 27 Ligaspielen hat Como erst 20 Gegentore kassiert — gemeinsam mit Milan die zweitbeste Abwehr der gesamten Serie A, sogar vor Inter mit 21. Nur die AS Roma ist mit 19 Gegentreffern noch einen Hauch stabiler. Für einen Aufsteiger, der vor zwei Jahren noch in der zweiten Liga spielte, ist das schlicht bemerkenswert.

Wenger, guardiola, mourinho — fabregas hat von den besten gelernt

Wenger, guardiola, mourinho — fabregas hat von den besten gelernt

Wer Fabregas als Trainer verstehen will, muss seinen Karriereweg als Spieler kennen. Arsenal, Barcelona, Chelsea, Monaco — an jeder Station arbeitete er mit Trainern, die den modernen Fußball mitgeprägt haben: Arsène Wenger, Pep Guardiola, José Mourinho, Antonio Conte, Luis Enrique. Das ist kein gewöhnlicher Erfahrungsschatz.

Den größten Einfluss hat nach eigener Aussage Arsène Wenger hinterlassen, den Fabregas als seinen „zweiten Vater