Fabregas und die nerazzurri: ein fast geschriebenes märchen
Mehrere Sommer, verpasste Chancen und ein junger Mittelfeldspieler, der die Herzen der Inter-Fans höhnte – die Geschichte von Cesc Fàbregas und dem Mailänder Rekordmeister ist eine Achterbahnfahrt der verpassten Gelegenheiten. Während er nun im Trikot des Como gegen die Nerazzurri auf dem Platz steht, wirft man einen Blick zurück auf die Momente, in denen ein Traum so nah schien, ihn doch zu verfehlen.
Der junge virtuose und das angebot aus mailand
Die erste Annäherung datiert aus dem Jahr 2003, als Fàbregas, gerade 16 Jahre alt und auf dem Weg aus den Reihen des FC Barcelona, vor einer entscheidenden Weggabelung stand. London und Arsenal lockten, aber auch Mailand und Inter. Der junge Spanier entschied sich für die Insel, ein Schritt, der seine Karriere maßgeblich prägen sollte. Doch die Nerazzurri hatten bereits früh sein Talent erkannt und wollten ihn nach Mailand holen.
Pierluigi Casiraghi, damals Chefscout der Nerazzurri, blickte später auf diese Zeit zurück und erzählte von dem Bemühen, das der Verein unternahm. „Seine Agenten sagten uns, dass sie ihn uns abgeben würden, wenn Spanien das Finale der U17-Weltmeisterschaft verlieren würde. Dann schickten sie ihn aber doch zum Arsenal“, so Casiraghi. Ein Deal, der dem jungen Fàbregas die Möglichkeit bot, sich im englischen Fußball zu beweisen und seine Fähigkeiten zu perfektionieren.

Morattis versuch im sommer 2009: ein versprechen von größe
Fast ein Jahrzehnt später, im Sommer 2009, versuchte Inter es erneut. Massimo Moratti, damals Präsident des Vereins, sah in Fàbregas den Schlüssel zu weiteren Titeln und bot ihm einen Platz im Zentrum des Teams an. „Du wirst im Mittelpunkt stehen, wir werden alles gewinnen“, soll Moratti ihm versprochen haben. Doch Fàbregas lehnte ab, entschied sich, in London zu bleiben und seine Karriere dort fortzusetzen. Ein Ablehnen, das ihn letztendlich nach Barcelona führte, wo er für eine Ablösesumme von 40 Millionen Euro landete.
Auch in den folgenden Jahren blieb das Interesse der Nerazzurri bestehen, doch Fàbregas entschied sich immer wieder für andere Wege. Nun, viele Jahre später, steht er mit Como in Mailand vor und hat die Chance, die Vergangenheit aufleben zu lassen. Es ist eine Geschichte von verpassten Gelegenheiten, von Talent, das sich anderswo entfaltete, und von einem Traum, der nie ganz in Erfüllung ging.
Besonders interessant ist Fàbregas' aktuelle Einschätzung der Nerazzurri. Er lobte Inzaghis taktische Finesse und die Stärke des Teams, sowohl in Italien als auch in Europa. „Inzaghis 3-5-2-System erzeugt eine unglaubliche Anarchie, dahinter steckt eine enorme Arbeit“, so der Spanier. Diese Worte unterstreichen das hohe Ansehen, das Fàbregas dem Mailänder Verein entgegenbringt, trotz der verpassten Chancen in der Vergangenheit.
Die Bilanz spricht eine deutliche Sprache: In drei Begegnungen gegen Inter blieb Fàbregas ohne Sieg und Tor. Wird er es am Sonntag mit Como endlich gelingen, die Nerazzurri zu bezwingen? Das Sinigaglia-Stadion wird Zeuge eines Wiedersehens mit einem Spieler, der die Mailänder Fußballwelt so oft in Atem gehalten hat.
