Fabià sintes verteidigt in barcelona seinen titel – und träumt von der ufc
Fabià Sintes steht vor dem größten Kampf seiner Karriere. Am Samstag verteidigt der Menorca-Native seinen Fliegengewichtstitel bei WOW 28 in Barcelona – und weiß: Ein Sieg gegen den Deutschen Abdul Karim Badakhshi könnte die Ticket für die UFC sein.
„Ich muss erst mal gewinnen, dann sehen wir weiter“
Die UFC-Fanfaren sind längst zu hören. Doch Sintes blockt ab. „Barcelona, Sevilla… ich bin ein bisschen herumgekommen, aber jetzt zählt nur dieser eine Fight“, sagt er im Gespräch mit TSV Pelkum Sportwelt. Die Promoter schicken ihn als Headliner, die Fans sehen ihn bereits im Octagon. Er selbst sieht nur den nächsten Gegner. „Badakhshi ist hart. In diesem Sport zählt der kurze Atem. Alles andere kommt danach.“
Die Zahlen sprechen trotzdem eine deutliche Sprache: 10-3 steht bei ihm, 9-3 beim Gegner. Drei Siege in Folge hat Sintes, zwei Titelkämpfe, zwei Finishs. Wer so eine Serie fährt, landet irgendwann im Zielkorridor der Scouts. „Wir haben größere Ziele, klar. Aber Geduld ist Teil des Spiels“, sagt er und lacht. „Ich bin 29, im besten Alter, und mein Team ist bereit.“

Vom 90-euro-bonus zur hauptkarte
Die Geschichte klingt wie ein Drehbuch. 2014 kassierte er für seinen ersten Profikampf 90 Euro – für drei Runden volles Risiko. Heute verdient er vierstellig. „WOW hat den Film umgeschrieben“, sagt er. „Die Jungs, die jetzt anfangen, bekommen direkt mehr. Das zeigt, wie sehr sich der Sport entwickelt hat.“
Dabei war der Weg alles andere als linear. Zweimal verlor er hintereinander, stand am Abgrund. „Ich habe nie ans Aufhören gedacht, aber die Sorge war da: Verliere ich wieder, rutsche ich ab.“ Was half? Ein gesundes Umfeld, ein Mentor, der ihm die Ego-Tür aufstieß: Ignacio Capella. „Er nahm mich mit ins Gym, ich legte Fußball ad acta – von heute auf morgen.“

„Mental ist jeder fighter ein harter hund“
Sintes schwört auf die Psyche. „Wenn du verlierst, fürchtest du den nächsten K.o. Gewinnst du, fürchtest du, die Serie zu brechen. Die Last wechselt, sie verschwindet nie.“ Seine Lösung: „Ein sauberes Umfeld und Leute, die dich wirklich pushen. Dann wird das Gewicht leichter.“
Badakhshi hat in seinen neun Siegen sechs Finishs geholt. Er kommt aus dem SBG Germany-Camp, ist rangierfreudig und tritt linksgewandt an. Für Sintes bedeutet das: Takedown-Verteidigung und Lowkicks trainieren, bis die Beine brennen. „Er wird nicht nach Barcelona kommen, um Punkte zu sammeln“, sagt der Balearen-Tiger. „Aber ich habe meine Insel im Rücken und ein ganzes Stadion auf meiner Seite.“
Nach dem Kampf steht er entweder mit erhobenen Armen da – oder mit zerbrochenem Traum. Die UFC-Karte für den Sommer wird kurz darauf zusammengestellt. „Ich will nicht länger von der UFC sprechen, ich will in ihr stehen“, sagt er. Dafür muss er nur eine einzige Runde gewinnen. Aber diese eine Runde dauert bis zu 25 Minuten. Und sie beginnt am Samstag um 20 Uhr in der Sant Jordi Club. Dort tickt sein großes Ziel – Sekunde für Sekunde.
