F1-comeback in indien geplatzt – regierung macht überraschende kehrtwende

Ein Aufschrei in der Formel-1-Welt: Nur wenige Stunden nachdem die indische Regierung euphorisch ein mögliches F1-Rennen 2027 im Buddh International Circuit verkündet hatte, dementierte die FOM diese Pläne auf schmerzliche Weise. Ein Wechselbad der Gefühle für die Fans im Subkontinent, die seit dem letzten Rennen 2013 sehnsüchtig auf eine Rückkehr der Königsklasse warten.

Die versprechen des ministers mandaviya – und die kalte dusche der fom

Die versprechen des ministers mandaviya – und die kalte dusche der fom

Sportminister Mansukh Mandaviya hatte am Montag überraschend verkündet, dass ein Rennen in Indien 2027 „zu 100 Prozent“ stattfinden werde. Er sprach von einer sicheren Alternative angesichts der angespannten Lage im Nahen Osten und deutete steuerliche Anreize an, um die Organisatoren zu gewinnen. Doch die Antwort aus London ließ Mandaviyas Worte wie ein Luftballon platzen: „India ist ein wertvoller Markt für das kontinuierliche Wachstum der Formel 1, aber wir werden dort 2027 nicht fahren.“

Die Geschichte des Grand Prix von Indien ist von Enttäuschungen geprägt. Trotz des hochmodernen Buddh International Circuits, der von Tilke entworfen wurde, fand das Rennen nur dreimal statt. Der fehlende Zuschauerzuspruch und bürokratische Hürden führten 2014 zur Absage – ein herber Schlag für die Ambitionen, Indien als festen Bestandteil des Kalenders zu etablieren. Nun scheint sich diese Geschichte zu wiederholen.

Die geopolitische Komponente spielt hier offenbar eine Rolle. Indiens Bemühungen, sich als sicherer und attraktiver Austragungsort für internationale Sportveranstaltungen zu profilieren, insbesondere im Kontext der Konflikte im Nahen Osten, sind unverkennbar. Mandaviya wies auf die Möglichkeit hin, bereits vor der Rückkehr der F1 ein MotoGP-Rennen auszurichten und betonte das Potenzial weiterer Rennstrecken wie Bombay, Chennai und Hyderabad. Die FMSCI, die indische Automobil-Föderation, soll dabei als Vermittler fungieren.

Doch die steuerlichen Fragen bleiben ein Knackpunkt. Mandaviya gab zu, dass die vollständige Abschaffung der Unterhaltungssteuer unwahrscheinlich sei, versprach aber, Rückerstattungen zu prüfen, um das Projekt für die Organisatoren attraktiver zu gestalten. Die Verhandlungen laufen weiter, doch die jüngste Dementi der FOM wirft einen langen Schatten auf die Zukunft der Formel 1 in Indien.

Die ironische Wendung? Während Indien sich als sichere Alternative inszeniert, bleibt die Frage, ob die F1-Bosse den potenziellen Gewinn durch die Erschließung eines riesigen Marktes wirklich bereit sind, für ein paar steuerliche Zugeständnisse zu opfern. Die Fans vor Ort müssen sich wohl noch eine Weile gedulden – eine weitere Enttäuschung in einer turbulenten Saison.