F1 2026: tombazis weist kritik an der motorennte zurück
Die Gerüchteküche brodelt, die Stimmung im F1-Paddock ist angespannt – doch Nikolas Tombazis, FIA-Chef für Formel-Einheitswagen, lässt sich davon nicht beirren. Er weist vehement die Behauptung zurück, die kommende Motorennte 2026 sei ein Fehlschlag. Stattdessen spricht er von einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess, einer Evolution statt einer Revolution.
Keine herzoperation, sondern 'obst essen'
„Es geht hier nicht um eine komplette Neugestaltung“, erklärte Tombazis gegenüber Nextgen-Auto.com. „Wir befinden uns nicht in einer Notfallbehandlung, sondern müssen lediglich 'ein paar Äpfel am Tag essen', um unsere Kräfte zu sammeln. Klar gibt es Herausforderungen, sowohl in Bezug auf das Fahrverhalten als auch die Sicherheit, die wir angehen müssen. Es wäre Zeitverschwendung, zu behaupten, alles sei in Ordnung, aber gleichzeitig ist es auch übertrieben, von einem kompletten Desaster zu sprechen. Es gibt Fans, die sich freuen, und wir hatten bereits einen Vorfall, der spezifische Korrekturen erfordert. Auch einige Fahrer sehen Verbesserungspotenzial.“
Die Kritik, die die FIA in letzter Zeit einstecken musste, nimmt man bei Tombazis mit Humor. „Ich bin mir nicht sicher, ob es üblich ist, dass man als Direktor oder Schiedsrichter ständig gelobt wird. In der Regel werden wir kritisiert – und wir sind alt genug, um das zu akzeptieren.“

Sicherheit hat oberste priorität nach bearman-unfall
Der Unfall von Olli Bearman in Japan, kombiniert mit den Beschwerden anderer Piloten, hat die Sicherheitsdebatte neu entfacht. Tombazis räumte ein, dass Verbesserungen notwendig sind. „Jeder Hochgeschwindigkeitsunfall ist schockierend. Zu sagen, er war vorhersehbar, wäre falsch, aber die Anfahrtsgeschwindigkeiten wurden bereits als Risiko identifiziert. Wir haben das Thema diskutiert, aber eine sofortige Reaktion war ohne weitere Analyse nicht möglich. Schnellstmöglich Änderungen vorzunehmen, birgt das Risiko, die Situation zu verschlimmern. Daher brauchen wir Zeit.“ Er betonte: „Die Sicherheit der Fahrer hat oberste Priorität.“

Feinabstimmung statt hardware-umbau
In Miami sind kleinere Anpassungen geplant, die sich primär auf die Energieverwaltung konzentrieren. „Es handelt sich um sogenannte 'Regelungen zur Energieverwaltung'. Es werden keine Hardware-Änderungen an den Motoren selbst vorgenommen, sondern lediglich Konfigurationen und Software angepasst. Diese Änderungen sind kurzfristig umsetzbar und entscheidend, um die Probleme bei den Anfahrtsgeschwindigkeiten und die Zufriedenheit der Fahrer zu verbessern.“ Ein gestaffelter Ansatz scheint denkbar: „Wir könnten uns für eine Phase 1 und eine Phase 2 entscheiden, wobei wir der zweiten Phase etwas mehr Zeit für mögliche Anpassungen durch die Hersteller einräumen.“
Die entscheidende Sitzung am 20. April wird zeigen, ob sich die Teams auf eine konstruktive Zusammenarbeit einlassen. Tombazis drückt Optimismus aus: „Ich erwarte einen breiten Konsens und die Unterstützung der Teams. Es sollte nicht zu einer hitzigen Debatte kommen.“
Die FIA plant offenbar nur geringfügige Änderungen, die zunächst nur die Qualifikationsrunden betreffen werden. Die Zukunft der Formel 1 wird also weiterhin von einer Balance zwischen technischer Innovation und der Sicherheit der Fahrer bestimmt.
