F1 2026: aduo – mercedes' vorteil wird zum wettlauf?
Die Formel 1 bastelt fieberhaft an der Saison 2026, und ein Begriff taucht immer wieder auf: ADUO. Abgekürzt für ‘Additional Development and Improvement Opportunities’, ist es ein Rettungsanker für Motorenhersteller, die hinter den Erwartungen zurückbleiben. Doch während Mercedes derzeit die Messlatte setzt, könnte der ADUO bald einen dramatischen Kräfteveränderung auslösen.

Die fia-regelung: ein sicherheitsnetz für die verzweifelten
Die FIA hat den ADUO in den technischen Reglements für 2026 verankert. Im Grunde ist es ein Programm, das schwächeren Motorenherstellern die Chance gibt, aufzuholen. Die Leistung wird kontinuierlich gemessen, und nach Rennen 6, 12 und 18 wird geprüft, ob ein Hersteller einen Rückstand von 2 bis 4 Prozent auf Mercedes aufweist. Liegt der Rückstand darüber, darf er zwei Verbesserungen vornehmen – ein erheblicher Vorteil.
Neben der Möglichkeit, die Homologation anzupassen, erhalten diese Hersteller zusätzliche Teststunden auf den Leistungsprüfständen. Auch eine Lockerung der Kostenbegrenzung im Falle von Zuverlässigkeitsproblemen ist vorgesehen. Das ist kein Bagatellding, denn unter dem Strich könnten Teams, die aktuell hinterherhinken, eine realistische Chance bekommen, aufzuschließen.
Ein Schuss Kälte in Monaco? Ursprünglich war die erste Bewertung auf das Rennen in Miami angesetzt. Doch aufgrund der abgesagten Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien verschiebt sich der Termin auf Kanada oder Barcelona. Monaco könnte somit der Auftakt für die ersten ADUO-Verbesserungen sein. Allerdings ist Monte Carlo nicht gerade ein ideales Testfeld für Motoren; die Belastung ist gering, und die Ergebnisse wären kaum aussagekräftig.
Die wahrscheinlichste Option ist die Rennstrecke in Spielberg, Österreich, am 26. bis 28. Juni. Es wird gemunkelt, dass die neue Honda-Spezifikation, die Vibrationen behoben und Leistungssteigerungen durch den ADUO verspricht, bereits beim Heimrennen in Silverstone am 3. bis 5. Juli zum Einsatz kommen könnte. Die Fabrik von Aston Martin liegt schließlich nur einen Katzensprung von der legendären Rennstrecke entfernt.
Aber es gibt auch eine andere Möglichkeit, die von Adrian Newey in Australien bereits angedeutet wurde: Honda könnte die Entwicklung des 2027er-Motors priorisieren. Angesichts der Probleme und des Personalmangels beim aktuellen Projekt wäre das vielleicht die klügere Entscheidung, anstatt ein marodes Konstrukt zu reparieren. Ein pragmatischer Ansatz, der Zeit und Ressourcen spart.
Honda selbst schweigt zu den genauen Zeitplänen. Und das aus gutem Grund. Nach all den Rückschlägen und dem verpassten Potenzial wäre es ein unnötiger Kraftakt, jetzt noch einmal alles auf eine Karte zu setzen. Die Saison 2026 könnte sich zu einem nervenaufreibenden Wettlauf um die ADUO-Vorteile entwickeln – ein Wettlauf, der das Kräfteverhältnis in der Formel 1 nachhaltig verändern könnte.
