Ex-premier-league-star stiepermann übernimmt rhynern: aufstieg oder nichts

Marco Stiepermann springt direkt vom Kreisliga-Trainertablett in den Regionalliga-Kampf. Der 35-Jährige verlässt ASC 09 Dortmund und unterschreibt beim Oberliga-Spitzenreiter Westfalia Rhynern – mit sofortiger Wirkung für die neue Saison.

David schmidt gibt steuer komplett ab

Der bisherige Doppelchef zieht sich ins Direktoren-Büro zurück. „Ich will keine halben Sachen mehr“, sagt Schmidt, der sich an Karneval endgültig entschied. Das Duo Schmidt/Stiepermann soll den Klub in die Regionalliga lotsen – oder scheitern.

Stiepermanns Premier-League-Adresse steht noch in den Ohren der Norwich-Fans. 24 Einsätze, ein Elf-Meter-Tor gegen Manchester City, jede Menge TV-Zeit. Nun schaut er sich Trainings-Videos aus Rhynern an, notiert Laufwege, schreibt Spielerprofile. Er greift nicht ins Tagesgeschäft ein, will den Kader erst verstehen, bevor er ihn umbaut.

Die Infrastruktur macht ihn neugierig. „Wenn du das Gebäude betrittst, weißt du sofort: Hier darf man Profi sein“, sagt er. Kraftraum, Analysebunker, Hybridrasen – alles da, nur die Liga stimmt noch nicht. Oberliga Westfalen ist Tabellenplatz eins, Regionalliga West wäre der Aufstieg. Für Stiepermann ein Unterschied in Kilometern, nicht in Klasse: „Einzelspieler sind gleichwertig, aber die Laufwege werden länger.“

Kader bleibt zusammen, drei neue sollen reichen

Kader bleibt zusammen, drei neue sollen reichen

Kein Radikalschlag. Schmidt und Stiepermann wollen maximal drei Neuzugänge, dafür aber passgenau. ASC 09 Dortmund steht als Förderverein parat, wo Stiepermann noch gute Kontakte pflegt. Entscheidend sei „Chemie statt Stars“, sagt Schmidt und meint: kein Geld verbrennen für Kurzzeitlösungen.

Stiepermann selbst sieht den Job als Lehrstelle. Er will den Fußballlehrer-Schein machen, die Praxis dazu bekommt er in Rhynern quasi geschenkt. Pendeln von Dortmund aus, Familie nah, kein Umzug nötig. Perfekt für einen Trainer, der erst mal lernen will, wie man Verlierer in Sieger verwandelt, ohne Millionen-Budget.

Die Vorbilder heißen Elversberg und Verl. Kleine Klubs, große Entwicklungslabore. „Klares Konzept, gutes Scouting, junge Spieler formen“, zählt Stiepermann auf. Bei Norwich lernte er von Daniel Farke, in Dortmund von Jürgen Klopp. Beide predigten: Erst die Kabine, dann die Taktik. Genau das will er kopieren.

Am Ende steht eine einfache Rechnung: Entweder Rhynern steigt auf oder der Experiment-Charakter zerbricht an Realität. Stiepermann gibt sich siegesgewohnt: „Ich bin nicht hier, um Platz fünf zu werden.“ Die Saison 2025/26 wird zeigen, ob Premier-League-Erfahrung im Amateurfußball zählt – oder nur die Tabelle.