Ex-osasuna-profi gancedo schüttelt den kopf über athletic-filiale in pamplona

55 Jahre alt, 20 Jahre zurückliegend – und noch immer kann Pipa Gancedo nicht glauben, was er in einer Pamploner Apotheke hörte. „Ein Junge, linksfußig, echt talentiert“, erzählt der Argentinier. „Ich fragte: Wo spielst du? Antwort: ‚Beim Oberena, der ist Athletic-Filiale.‘ Ich dachte: In Pamplona? Wie kann das sein?“

Die rote linie im kinderfußball von navarra

Die rote linie im kinderfußball von navarra

Die Szene steht stellvertretend für ein Netz, das seit Jahren quer durch Navarra spannt. Der Club aus Bilbao pflegt Partnerschaften mit lokalen Ausbildungsvereinen, darunter den CD Oberena von Manex Lozano, La Txantrea (Muniain, San José, Arbilla), CD Pamplona (Iñaki Williams, Nico Serrano) und CD Tudelano. Für Gancedo ein klarer Fall von Abwerbung vor der Haustür.

Osasuna muss die besten Kids halten“, fordert der ehemalige Mittelfeldspieler im Interview mit Osasuna1920. „Kinder aus der Region gehören in die rojilla-Akademie, nicht in ein Leihgeschäft mit dem Baskenrivalen.“

Der Vorwurf trifft einen Verein, der sich gern als einziger La-Liga-Klub ohne Aktiengesellschafts-Status feiert – ein Detail, das Gancedo lobt: „Osasuna lebt Gemeinschaft. Genau deshalb dürfen wir die Talente nicht aus der Hand geben.“

Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Allein seit 2015 gingen mehr als 50 Nachwuchsspieler aus der Comunidad Foral über die Athletic-Kooperationen in Lezama, statt in Tajonar zu unterschreiben. Ein Transfer, der sich für Bilbao auszahlt: Vier davon stehen mittlerweile in der ersten Mannschaft, zwei wechselten für Millionen-Beträge ins Ausland.

Gancedo will das System nicht länger hinnehmen. „Wir brauchen eine Navarra-First-Policy“, sagt er. „Sonst schauen wir irgendwann zu, wie unser Nachwuchs im San Mamés jubelt, statt im El Sadar.“

Die Uhr tickt. Die nächste Generation dribbelt gerade auf den Bolzplätzen von Pamplona – und entscheidet sich, bevor sie zwölf ist, für eines der beiden Lager. Für Gancedo liegt die Antwort auf die Frage, wo die eigenen Kinder kicken, auf der Hand: „Osasuna ist unsere Identität. Wer sie verschenkt, verschenkt auch unsere Zukunft.“