Everest-wunder: kocher dawa überlebt todeszone, verirrt sich
Eine Geschichte von unglaublicher Widerstandsfähigkeit und dem unbändigen Willen zum Überleben hat sich am Mount Everest abgespielt. Dawa Sherpa, ein Koch im Basislager, der sich wider Erwarten an einem Gipfelversuch beteiligte, verschwand in der Todeszone und wurde nach sechs Tagen, als er bereits für tot gehalten wurde, lebend aufgefunden – ein Wunder, das selbst erfahrene Bergsteiger sprachlos macht.

Der koch, der zum sherpa wurde
Dawa Sherpa, bekannt als 'Hillary Dawa', sollte lediglich im Camp II für die Verpflegung zuständig sein. Doch während eines Aufstiegs eines polnischen Klienten entschied er sich, als Guide zu helfen. Ein fataler Schritt, der ihn in eine lebensbedrohliche Situation brachte. Chris Thrall, ein britischer Bergsteiger, traf Dawa und seinen polnischen Begleiter am Camp IV auf ihrem Abstieg an. Dawa half dem polnischen Alpinisten, der Anzeichen von Erfrierungen zeigte und sich von einem Gipfelversuch zurückziehen musste. Dieser Umstand verzögerte seinen Rückweg, und er geriet schließlich über dem Camp 3 außer Sicht.
Die Suche nach Dawa wurde eingestellt, nachdem er tagelang nicht aufgetaucht war. Die Verantwortlichen bei Himalayan Traverse sahen keine Möglichkeit, eine Rettungsaktion zu starten. Eine Entscheidung, die auf eine ungewöhnliche Kostenaufteilung zwischen Himalayan Traverse und 8K Expedition zurückzuführen war – eine Praxis, die in der nepalesischen Bergwelt nicht unüblich ist. Während Himalayan Traverse den Zuschlag für die Expedition erhalten hatte, übernahm 8K Expeditions die Organisation. Laut Himalayan Times hatte 8K Expedition die Everest-Saison bereits am 29. Mai offiziell beendet.
Als Himalayan Traverse eine Rettungsaktion ablehnte, organisierte 8K Expeditions einen Hubschrauberflug, begleitet von einem Familienmitglied Dawas. Die Suche bei 7.300 Metern verlief jedoch erfolglos. Die Chancen, Dawa lebend zu finden, schrumpften mit jeder Stunde, die verging – ohne Nahrung und zusätzliche Sauerstoffflaschen in der eisigen Höhe.
Doch Dawa hatte überlebt. Er erreichte die Khumbu-Eisfälle und überwand auf wundersame Weise die tiefe Spalte, die sich dort befindet, wo die Leitern fehlten. Er hatte sogar den Rettungshubschrauber gesehen und versucht, auf sich aufmerksam zu machen, doch seine Signale blieben unbemerkt. Am nächsten Morgen entdeckte ein Müllentsorgungsteam des Sagarmatha Pollution Control Committee (SCCC) ihn, wie er sich mühsam dem Basislager näherte. Dawa wies Anzeichen von Erfrierungen und Sprachstörungen auf und wurde in ein Krankenhaus in Kathmandu gebracht.
