Everest-saison endet mit rekord: über 1.000 gipfel erreicht!
Die Sherpas feiern, die Bergsteiger atmen auf: Die Frühjahrssaison am Mount Everest ist zu Ende gegangen, und sie hinterlässt eine Spur von neuen Bestmarken und tragischen Ereignissen. Nie zuvor wurden so viele Gipfel erreicht – 1.008, um genau zu sein – und das in einem Jahr, das mit Verzögerungen begann und mit einer beispiellosen Nachfrage endete.
Ein wettlauf gegen die zeit und das wetter
Die Zahl der vergebenen Permits explodierte förmlich: 494 Bergsteiger suchten ihr Glück auf dem Dach der Welt, was einen neuen Höchststand darstellt und die 479 der Vorjahres deutlich übertrifft. Besonders der 20. Mai 2024 ging als ein Tag in die Geschichte ein, an dem unglaubliche 274 Menschen den Gipfel erreichten – ein neuer Rekord, der den bisherigen Wert vom 22. Mai 2019 (223 Personen) in den Schatten stellt. Die chinesische Seite blieb dieses Jahr geschlossen, was den Druck auf die nepalesische Route noch weiter erhöhte.
Die Saison hatte einen holprigen Start. Die Öffnung des Khumbu-Eisbruchs verzögerte sich um acht Tage aufgrund eines seracs, der eine erhebliche Lawinengefahr darstellte. Aber dann folgte ein Wettlauf gegen die Zeit, angetrieben von einem Fenster guter Wetterbedingungen, das viele Bergsteiger dazu veranlasste, ihren Aufstieg zu forcieren.

Tragödie im schatten der rekorde
Doch der Triumph der Rekorde wird von fünf Todesfällen überschattet. Zwei indische Bergsteiger, Arun Kumar Tiwari und Are (46), fanden während des Abstiegs den Tod. Tiwari starb in der Nähe des Hillary Steps, während er von vier Sherpas betreut wurde und unter einem Lungenödem litt. Are erlitt kurz nach dem Erreichen des Gipfels eine Schneeblindheit und verstarb im Camp II trotz der Rettungsbemühungen von fünf Sherpas. Phura Gyaljen Sherpa (21) stürzte in einer Gletscherspalte in der Nähe des Camp III und Bijaya Ghimire, der erste Dalit-Nepalese auf dem Everest, erlitt mutmaßlich einen Herzinfarkt auf dem Weg vom Basislager zum Camp 1. Lakpa Dendi Sherpa (52) fiel bei einer Wanderung von Gorakshep zum Basislager ums Leben.

Legenden schreiben geschichte
Neben den tragischen Ereignissen gab es auch bemerkenswerte Erfolge. Kami Rita Sherpa, ein wahrer Gigant des Berges, erreichte den Gipfel zum unglaublichen 32. Mal und festigte damit seinen Status als am häufigsten auf dem Everest stehenden Mensch. Lhakpa Sherpa, die „Königin des Berges“, bannte ihren eigenen Rekord für Frauen mit ihrer elften Besteigung. Der Brite Kenton Cool steigerte seinen eigenen Rekord als nicht-nepalesischer Bergsteiger mit den meisten Gipfelfahrten – 20 Mal stand er auf dem Dach der Welt. Und Kristin Harila vollendete die Triple Crown in einer einzigen Saison, nachdem sie zuvor Lhotse und Nupse bestiegen hatte, und zwar alles ohne zusätzlichen Sauerstoff.
Besonders hervorzuheben ist Rustam Nabiev, der als erster Mensch ohne Beine und ohne Prothesen den Gipfel des Mount Everest erreichte – ein Beispiel für unbändige Willenskraft und die Grenzen des menschlich Möglichen. Seine Geschichte ist ein Beweis dafür, dass mit Mut und Entschlossenheit selbst die unmöglichsten Ziele erreichbar sind.
