Everest-bewerbung: russischer bergsteiger ohne beine trotzt khumbu-eis!
Rustam Nabiev, ein russischer Bergsteiger, der sein Leben durch eine tragische Lawine veränderte, schreibt Geschichte. Er kämpft sich derzeit den Everest hinauf und will als erster Mensch ohne Beine und ohne Prothesen den Gipfel des höchsten Berges der Welt erreichen. Seine Leistung ist nicht nur eine sportliche Errungenschaft, sondern ein Triumph des menschlichen Willens.
Die tückische khumbu-eisstufe: ein hindernis wird überwunden
Die diesjährige Everest-Saison verlief aufgrund eines massiven Eisblocks über der Khumbu-Eisstufe zunächst holprig. Doch nun, da die Sherpas den Weg freigemacht haben, wagen sich die Bergsteiger in die Höhen. Nabiev meisterte diesen Abschnitt, der als einer der anspruchsvollsten gilt, in 15 Stunden – eine unglaubliche Leistung, die ihn bereits ins Feld 2 (6.400 Meter) brachte. Er überwand die gefährlichen Spalten, die sich im Eis auftun, ausschließlich mit der Kraft seiner Hände und den dafür angebrachten Leitern.
Die Option, die Khumbu-Eisstufe per Hubschrauber zu umgehen, wies Nabiev entschieden ab. „Ich möchte diesen Weg ehrlich gehen“, erklärte er in den sozialen Medien. „Wenn du den Gipfel der Welt erreichen willst, tue es auf deine eigene Art, mit deinen eigenen Händen.“ Diese Aussage unterstreicht seinen unerschütterlichen Willen und seine Entschlossenheit, die Herausforderungen auf seinem Weg selbst zu bewältigen.
Viele hielten die Überquerung der Khumbu-Eisstufe ohne Prothesen für unmöglich. Nabiev selbst sagt: „Viele sagten, es sei unmöglich, die Khumbu nur mit den Händen zu überwinden. Aber ein Mensch versteht erst die Grenzen seiner Fähigkeiten, wenn er in einer Situation steckt, in der es kein Zurück mehr gibt.“ Seine Worte sind ein Aufruf an jeden, seine eigenen Grenzen zu hinterfragen und zu überwinden.

Ein leben im dienst des sports: vom lawinenunglück zum achtthausender-gipfel
Vor 11 Jahren verlor Nabiev durch eine Lawine, die sein Quartier in Omsk (Sibirien) traf, seine Beine. Das Unglück forderte 23 Todesopfer und verletzte zahlreiche Soldaten. Nabiev überlebte, aber sein Leben wurde für immer verändert. Im Jahr 2021 bewies er jedoch, dass körperliche Einschränkungen den menschlichen Geist nicht brechen können, indem er als erster Mensch ohne Beine einen Achtthausender – den Manaslu (8.163 Meter) – bestieg.
„Es ist unglaublich schwer, hier zu sein. Manchmal verstehe ich selbst nicht, woher ich die Kraft nehme, weiterzumachen“, gestand Nabiev. „Vielleicht entspringt sie dem Moment, in dem es in einem selbst kaum noch etwas zu verlieren gibt. Und dann bleibt nur noch vorwärtszugehen.“ Er bereitet sich nun auf den Aufstieg ins Feld 3 (7.100 Meter) vor.
Die Finanzierung für dieses ambitionierte Projekt gestaltete sich lange schwierig. Erst durch die Unterstützung der Internationalen Boxverbandes konnte Nabiev seinen Traum vom Everest-Gipfel verwirklichen. Seine Geschichte ist ein Beweis dafür, dass mit unbändigem Willen und der richtigen Unterstützung scheinbar unmögliche Ziele erreicht werden können.
