Evenepoel verzichtet auf hölle des nordens: kluge entscheidung für tour-ambitionen?

Paris-Roubaix wird dieses Jahr ohne Remco Evenepoel stattfinden. Der zweimalige Olympiasieger hat seinen Start bei der 123. Ausgabe der „Hölle des Nordens“ abgesagt, eine Entscheidung, die von Experten wie Jens Voigt als strategisch klug bewertet wird. Der Fokus liegt offenbar klar auf dem großen Ziel: dem Gewinn der Tour de France.

Ein straffes programm und ein großes ziel

Evenepoel hat in der laufenden Saison bereits drei anspruchsvolle Etappenrennen absolviert – Valencia, die UAE Tour und die Tour de Catalunya. Sein beeindruckender dritter Platz bei der Flandern-Rundfahrt zeigte zwar seine Form auf den Kopfsteinpflasterpassagen, doch Red Bull-Bora-hansgrohe verfolgt einen ambitionierten Plan. „Remco war sehr, sehr stark in Flandern“, kommentierte Jens Voigt bei Eurosport. „Eine Teilnahme bei Paris-Roubaix wäre möglich gewesen, aber das Team hat einen klaren Fokus: die Tour de France gewinnen.“

Die Entscheidung ist verständlich, denn ein Start in Roubaix hätte zusätzliche Kräfte gefordert, die der 26-Jährige nun für die anstehenden Herausforderungen konservieren möchte. Am 27. April steht mit Lüttich-Bastogne-Lüttich ein weiteres Monument an, wo Evenepoel als Titelverteidiger von 2022 und 2023 seine Ambitionen erneut unter Beweis stellen will. Ein Teamsprecher bestätigte gegenüber Sporza: „Remco wird sich wie geplant auf die Ardennen konzentrieren. Paris-Roubaix ist ein Ziel, das wir in den kommenden Jahren in Betracht ziehen können, aber im Moment halten wir an unserem Plan fest.“

Pogacar als ausnahmebeweis

Pogacar als ausnahmebeweis

Die Entscheidung ist auch im größeren Kontext des modernen Radsports zu sehen. Nur Tadej Pogacar hat in den letzten Jahren bewiesen, dass man sowohl Paris-Roubaix als auch die Tour de France in derselben Saison ernsthaft angehen kann. Bernard Hinault war der letzte Fahrer, dem dies gelang. Voigt betonte: „Pogacar ist dabei die einzige Ausnahme, die die Regel bestätigt. Große Ambitionen bei Roubaix und Tour de France gehen eigentlich nicht zusammen.“

Evenepoel selbst zeigte sich nach seinem starken Auftritt in Flandern zufrieden: „Mehr oder weniger perfekt“, sagte er bei Eurosport. Er scheint die strategische Notwendigkeit zu verstehen, seine Kräfte einzuteilen und sich auf die wichtigsten Ziele zu konzentrieren. Die Jagd auf Monumente kann also warten – zumindest bis er sein großes Ziel, den Gewinn der Tour de France, erreicht hat.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die Strategie von Red Bull-Bora-hansgrohe auszahlt. Aber eines ist klar: Evenepoels Entscheidung, auf Paris-Roubaix zu verzichten, unterstreicht seinen Ehrgeiz und seine Bereitschaft, sich an die Anforderungen des modernen Radsports anzupassen. Die Tour de France wird in diesem Jahr ein spannender Wettkampf.