Europas mittelfeld rebelliert: uec fordert umverteilung der premie

Ein Erdbeben rollt durch den europäischen Fußball: Die Vereinigung der europäischen Spitzenklubs (UEC), gegründet als Gegenpol zum mächtigen ECA, fordert eine radikale Umverteilung der Gewinne aus der Champions League und ihren Schwesterwettbewerben. Die Forderung zielt darauf ab, die immer größer werdende Kluft zwischen den Top-Klubs und dem Rest Europas zu schließen – ein Schritt, der die Wettbewerbsfähigkeit nationaler Ligen fundamental verändern könnte.

Die zahlen sprechen eine deutliche sprache

Die zahlen sprechen eine deutliche sprache

Die UEFA verteilt in dieser Saison über 3,0 Milliarden Euro an die teilnehmenden Klubs. Ein Betrag, der aus einem Gesamtumsatz von 4,4 Milliarden Euro generiert wird. Aktuell fließen lediglich 308 Millionen Euro in sogenannte Solidaritätszahlungen an Klubs, die nicht in den europäischen Wettbewerben vertreten sind. Die UEC schlägt nun eine massive Erhöhung auf 2,0 Milliarden Euro vor, verteilt auf alle Erst- und Zweitligisten Europas. Das aktuelle System begünstigt dabei massiv die Champions League, die 74% der Prämien einstreicht, gefolgt von der europa League (17%) und der Conference League (9%).

Die UEC plädiert für eine neue Verteilungsschlüssel: 50% für die Champions League, 30% für die europa League und 20% für die Conference League. Zusätzlich sollen 85% der verbleibenden Summe an die Klubs der jeweiligen nationalen Erstligisten gehen, während die Zweitligisten und unteren Ligen sich den Rest teilen müssen. Klubs, die tatsächlich in europäischen Wettbewerben spielen, erhalten weiterhin ihre Leistungsorientierte Prämien.

Ein Beispiel, das die Situation verdeutlicht: Die Eredivisie, die niederländische Liga, könnte von dieser Umverteilung enorm profitieren. Klubs, die nicht für europa qualifiziert sind, würden von 1,1 Millionen Euro auf 4,4 Millionen Euro an UEFA-Geldern springen. Im Gegenzug würden die Einnahmen der europäischen Teilnehmer um mehr als die Hälfte sinken (von 27 Millionen Euro).

Die UEC begründet ihren Vorschlag mit der wachsenden wirtschaftlichen Dominanz der Champions League. „Das Spiel in europa ist ein Traum für Tausende von Fußballvereinen, aber die Konzentration von Geld an der Spitze birgt ein ernsthaftes Risiko, dass die Klubwettbewerbe der UEFA monoton und vorhersehbar werden, mit denselben Klubs, die Jahr für Jahr die Endrunden erreichen“, so ein UEC-Sprecher gegenüber The Guardian. Die UEC und ihre Mitgliedsvereine sehen einen anderen Weg, um die Zukunft des europäischen Fußballs zu gestalten.

Die Forderung der UEC zielt darauf ab, die 'Value Pillar' zu eliminieren, ein System, das 35% der Prämien auf Basis der historischen Leistung und des audiovisuellen Marktwerts eines Klubs verteilt. Dies würde vor allem die Top-Klubs der sogenannten 'Big Five' Ligen (England, Spanien, Deutschland, Italien, Frankreich) treffen.

Die Debatte ist eröffnet – und könnte die europäische Fußballlandschaft nachhaltig verändern. Es bleibt abzuwarten, ob die UEFA und ihre Partner den Mut haben, über kurzfristige Interessen und politischen Druck hinauszublicken und eine gerechtere Verteilung der Gewinne zu ermöglichen.