Europameisterschaft badminton: spanische hoffnungen scheitern in huelva
Ein jähes Erwachen für die spanischen Farben bei der Badminton-Europameisterschaft in Huelva: Tag drei im „Carolina Marín“ Palacio de los Deportes brachte keine Siege für die Iberer. Die Titelträume zerplatzten früh, und nun heißt es für viele Spieler: zurück an die Ursprünge und härter arbeiten.
Knappe duelle, bittere niederlagen
Clara Azurmendi musste sich im zweiten Auftritt des Turniers Ozge Bayra aus der Türkei in einem nervenaufreibenden Kampf geschlagen geben. Das Match endete mit 21-18, 17-21 und 21-19 zugunsten der Türkin. Besonders der dritte Satz war ein Wechselbad der Gefühle: Azurmendi schien die Oberhand zu gewinnen, als sie einen Rückstand von 16:12 auf 19:17 drehte. Doch Bayra bewies Nervenstärke und konterte mit vier Punkten in Folge, die den Sieg besiegelten. Ein herber Rückschlag für die Spanierin.
Auch im Herrenbereich gab es Enttäuschungen. Pablo Abián, im direkten zweiten Runde gefordert, unterlag dem als Nummer drei gesetzten Dänen Rasmus Gemke glatt mit 21-10 und 21-9. Álvaro Leal konnte ebenfalls nicht an seine ersten Runden-Erfolge anknüpfen und verlor gegen den englischen Spieler Harry Huang mit 21-10 und 21-14. Die Dominanz der englischen Spieler im Herrenbereich wird immer deutlicher.
Im Damendoppel scheiterten Paula López und Lucía Rodríguez ebenfalls, obwohl sie zuvor einen Sieg verbuchen konnten. Gegen das englische Duo Lisa Curtin und Sian Kelly waren sie machtlos und verloren mit 21-17, 16-21 und 21-16. Ein Spiel, in dem die englischen Spielerinnen taktisch überlegen waren.

Favoriten zeigen sich, überraschungen bleiben aus
Während die spanischen Hoffnungen schrumpfen, präsentierten sich einige der haushohen Favoriten in beeindruckender Form. Der amtierende Europameister, der Däne Anders Antonsen, ließ dem Ukrainer Oleksii Titov keine Chance (21-14 und 21-6). Ebenso souverän agierte der Franzose Alex Lanier gegen Gustav Bjorkler aus Schweden (21-15 und 21-16). Christo Popov, als Nummer zwei gesetzt, bezwang den Tschechen Dominik Kopriva deutlich (21-5 und 21-16), und sein Bruder Toma Junior Popov setzte sich gegen den Deutschen Kian-Yu Oei durch (21-12 und 21-11). Die Popov-Brüder scheinen auf dem Weg zum Titel.
Auch im Damenbereich bestätigten die Top-Spielerinnen ihre Favoritenrolle. Die als Nummer eins gesetzte Dänin Line Kjaersfeldt besiegte die Aserbaidschanerin Keisha Azzahra (21-11 und 21-12), und ihre Landsfrau Line Christophersen setzte sich gegen die Estin Kristin Kuuba durch (21-11 und 21-13). Ein deutliches Zeichen der dänischen Dominanz im Fraueneinzel.
Im Damendoppel sorgten die Däninnen Laerke Hvid und Anna Klausholm für eine Überraschung, als sie die als Nummer zwei platzierten Französinnen Margot Lambert und Camille Pognante ausschalteten (21-10 und 22-20). Ein wichtiger Sieg für das dänische Team. Die Stoewa-Schwestern aus Bulgarien, klare Favoritinnen, demonstrierten ihre Klasse gegen Debora Jille und Isabel Lohau (21-13 und 21-14).
Das Turnier ist noch lange nicht entschieden, aber die ersten Ergebnisse zeigen deutlich, welche Kräfte im europäischen Badminton aktuell mitspielen. Am Donnerstag stehen für Jacobo Fernández und Alberto Perals wichtige Aufgaben im Herren-Doppel an, wenn sie auf das als Nummer eins gesetzte dänische Duo Kim Astrupo und Anders Skaarup Rasmussen treffen. Und auch Rubén García und Carlos Piris müssen sich dem starken dänischen Team Daniel Lundgaard und Mads Vestergaar stellen. Die nächste Hürde für die spanischen Spieler ist bereits in Sicht.
