Europacup-finale: grob jagt fixticket, allenbach verteidigt thron – wer springt aufs weltcup-deck?

Saalbach und Schladming werden zur tickenden Zeitbombe. Noch vier Rennen, dann entscheidet sich, wer nächsten Winter im Weltcup startet und wer im Europacup bleibt. Stefanie Grob trägt die Schweizer Fahne – 33 Punkte trennen sie von der Abfahrtskrone.

Abfahrt: ein punkt wie ein kreuz im ziel

33 Zähler klingen nach einem Sonntagsspaziergang, sind in Wirklichkeit ein Vollgas-Run über Eis. Grob muss in Saalbach mindestens Vierte werden, sonst kann Fabiana Dorigo mit einem Sieg noch vorbeiziehen. Leonie Zegg, eigentlich ihre stärkste Konkurrentin, flog in Val di Fassa aus der Welt – Kreuzband. Die Lücke ist da, aber sie will gefüllt werden.

Elena Stucki? Theoretisch noch drin, praktisch ein Wunder. Sie bräuchte einen Sieg und gleichzeitig das Aus von fünf Konkurrentinnen. Ihr Kommentar klingt wie ein Mantra: «Man gibt ja immer das Beste.» Die Bergpredigt des Skisports.

Super-g: österreichs damen-power drückt aufs tempo

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Keine Schweizerin liegt im grünen Bereich. Jasmin Mathis ist Zehnte, 130 Punkte hinter dem Podest – das ist eine Weltmeisterschaft plus ein Geburtstagsrennen. Dafür hämmert die österreichische Maschine: fünf Frauen in den Top-7, Emily Schöpf mit 68 Punkten Polster auf Rang vier. Sara Allemand hat das Ticket schon sicher, aber die Alpenrepublik will das komplette Kontingent.

Riesenslalom: allenbachs frieden vor dem sturm

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Dania Allenbach kann schon jetzt den Koffer für den Weltcup packen. 94 Punkte Vorsprung auf Rang vier, das ist ein kleines Vermögen. Doch die Krone will sie behalten – Sophie Mathiou schnuppert 25 Punkte hinter ihr. Das Duell der beiden wird zur Geheimfinals der Saison.

Slalom: mächler schreibt märchen, pazzaglia schreibt geschichte

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Alice Pazzaglia führt mit 500 Punkten – das ist kein Vorsprung, das ist ein Monopol. Dahinter aber tobt ein Krimi: Janine Mächler liegt auf Platz zwei, 38 Punkte vor der Schwedin Moa Boström Mussener. Für Aline Höpli braucht es ein perfektes Wochenende plus zwei Ausfälle – ein Szenario, das nur im Slalom möglich ist. Mächler selbst lacht: «Ich kenne manche Weltcup-Orte inzwischen besser als mein Wohnzimmer.»

Gesamtwertung: das ping-pong der zahlen

Pazzaglia führt mit 886 Punkten – das ist mehr als doppelt so viel wie Grob (586). Nur ein Kollaps der Italienerin plus ein Dreifachsieg der Appenzellerin könnte die Karten neu mischen. Statistisch liegt die Chance bei 0,7 %. Die Würfel sind gefallen, aber das Spiel läuft noch.

Die Uhr tickt. Am 25. März in Schladming ist Schluss. Wer dann oben steht, darf nächsten Winter mit den Besten der Welt in die Startlupe steigen. Die anderen müssen wieder von vorne beginnen – im Europacup, der zweiten Liga, die sich wie ein Magnet anfühlt.