Euroleague-wahnsinn: milano wackelt, madrid wankt – zwei k.o.-kandidaten kämpfen ums weiterkommen
Die Nacht der lebenden Toten in der EuroLeague: Olimpia Mailand wirft Barça fast einen 27-Punkte-Vorsprung um die Ohren, Real Madrid taumelt trotz Heimrecht gegen Bologna – und am Ende stehen zwei Siege, die so viel verraten wie ein Blick in den Abgrund.
Milano zittert sich zum sieg – barça steht am rand des wahnsinns
46 Minuten lang war Barça ein Zombie-Team, 46 Minuten lang spielte EA7 Basketball wie im Rausch. Dann kam das vierte Viertel, und plötzlich schlug das Herz des FC Barcelona doch noch. Von 78:51 auf 84:82 – Shengelias Dreier zischten durchs Netz, Satoransky verwandelte aus dem Halbdistanz, und die 27-Punkte-Führung schmolz auf drei Sekunden Endstand. Zack Leday war es, der mit zwei Freiwürfen die Schockstarre brach, doch die italienische Presse wird diese Nacht als „Sieg mit Herzinfarkt“ titulieren. Barça? Die sechste Niederlage in Serie, und die Playoffs rücken in unerreichbare Ferne.
Die Zahlen lügen nicht: 33:9 lautete das vierte Viertel, Milano versenkte in den letzten zehn Minuten nur einen einzigen Dreier, dafür aber sieben Ballverluste. „Wir haben gedacht, das Spiel ist gelaufen“, sagte Coach Ettore Messina nach Abpfiff mit geröteten Wangen. „Dann haben wir gelernt, dass in der EuroLeague nie ein Spiel gelaufen ist.“

Edwards’ one-man-show rettet bologna nicht – madrid findet spät die abbruchkante
Im Palacio WiZink Center war es Carsen Edwards, der die Segel hißte: 32 Punkte, 5/7 Dreier, ein First-Halbe-Monolog, der die Madrilenier zur Pause fast verstummen ließ. Doch dann schaltete Real den Turbo: Campazzo traf aus der Mittellinie, Hezonja schraubte sich für einen Alley-oop, und in der 37. Minute fiel der entscheidende 8:0-Run. Bologna, ohne Hackett und Pajola, hatte 37 Minuten lang mit der Faust auf den Tisch gehauen, doch als Campazzo und Hezonja ihre Killer-Instinkte zeigten, brach die Luft aus dem italienischen Kessel.
Real gewinnt 92:84, bleibt Vierter – und hat plötzlich wieder den Blick nach vorn. „Wir haben gezeigt, dass wir auch ohne großes Spielmacher-Theater gewinnen können“, sagte Chus Mateo. Für Bologna heißt es: An die Wand gefahren, aber nicht aufgegeben. Die Play-off-Chance lebt, wenn auch am seidenen Faden.
Die große rangliste: wer zittert, wer träumt?
Mit 15 Siegen klettert Milano auf Platz zehn – genau die Play-off-Rampe. Barça bleibt bei 11 Siegen, der Abstand zur Zone beträgt vier Erfolge bei nur noch fünf Spielen. Die Katalanen müssen jetzt fast einen Fehlstart-Wunderlauf hinlegen, wollen sie nicht als erstes Top-Budget-Team in der Geschichte der EuroLeague vorzeitig ausscheiden.
Real Madrid hat die Tabelle im Blick: Bei 17 Siegen ist Platz drei greifbar, doch die Konkurrenz schläft nicht. Fenerbahce und Olympiakos lauern mit jeweils 16 Erfolgen – und allen ist klar: Wer jetzt nur einmal stolpert, rutscht in die play-in-Hölle.
Die nächsten fünf Spieltage werden die Selektion der Lebenden von den Toten sein. Und Milano? Die haben gerade gelernt, dass ein 27-Punkte-Polster nur so viel wert ist wie die nächste Viertelstunde. In der EuroLeague zählt nur, wer durchbrennt, wenn es brennt.
