Eu-regel schickt nissans britische mega-fabrik ins aus

Sunderland droht das Aus. Das EU-Parlament will künftig nur noch Firmenwagen und kleine E-Mobile subventionieren, die zu 100 % innerhalb der Union montiert werden – und schickt damit die größte Autofabrik Großbritanniens an den Abgrund.

11 Millionen autateile stehen auf dem spiel

Seit 1986 rollen auf dem 360 000 m² großen Gelände Qashqai, Juke und Leaf vom Band. Mehr als elf Millionen Fahrzeuge hat das Werk bis heute produziert, 6 000 Mitarbeiter sorgen dafür, dass jedes vierte in Großbritannien zugelassene Auto hier geboren wird. Nun droht der Stecker: Nissan hat London offiziell gewarnt, man werde das Werk dichtmachen, falls das «Industrial Accelerator Act» in Kraft tritt.

Der Knackpunkt liegt in der Kleinstadt Brüssel. Dort haben Kommissare am 4. März ein Papier vorgelegt, das «Made in Europe» neu definiert: Nur Unternehmen, die Fahrzeuge und Zulieferung komplett in EU-Betrieben fertigen, erhalten künftig Milliardenzuschüsse. Großbritannien fällt raus – und mit ihm Nissan Sunderland, das auf dem europäischen Festland keine eigene Montage mehr betreibt.

70 Milliarden pfund handelsvolumen wackeln

70 Milliarden pfund handelsvolumen wackeln

Mike Hawes, Chef der britischen Autoindustrie-Lobby SMMT, rechnet vor: «Fast 70 Milliarden Pfund jährlicher Handel mit Fahrzeugen und Komponenten stehen auf der Kippe.» Er sieht nicht nur Wettbewerbsnachteile, sondern einen Verstoß gegen das Brexit-Handelsabkommen. Denn eigentlich garantiert der Vertrag zwischen London und Brüssel freien Zugang – doch wer kein Geld vom EU-Topf bekommt, kann auf dem Markt kaum mithalten.

Die Zeit läuft. Parlament und Rat müssen dem Gesetzesentwurf noch zustimmen, doch die Verhandlungen laufen bereits. Für Sunderland heißt das: sechs Monate, um sich als «strategischer Partner» neu zu positionieren. Sonst wird aus der einst stolzen Fabrik ein Monument für verpasste Brexit-Chancen.

Die Botschaft ist gnadenlos: Europa baut seine Wirtschaftsmauer – und wer draußen steht, zahlt den Preis.